Berlin -  Na hoppla, diese Personalie überrascht dann doch etwas. Während alle in Berlin, die es mit dem 1. FC Union halten, auf eine Meldung zur Zukunft von Marvin Friedrich warteten und dem damit verbundenen Dominoeffekt bezüglich Bremens Marco Friedl entgegenfieberten, verkündeten die Eisernen am frühen Montagabend einen ganz unerwarteten Abgang: Marcus Ingvartsen wechselt zum FSV Mainz 05.

Auf Leihbasis, sickerte dann durch. Denn in Mainz kursierte schon vor der offiziellen Verkündung ein Foto mit Ingvartsen auf Twitter, in der der Däne ein Trikot der Nullfünfer mit der Nummer elf hoch hält. Was wiederum auch Fragen aufwirft. Denn der Däne war 2019 nach dem Bundesligaaufstieg gekommen und mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet worden. So könnte er den Köpenickern kommenden Sommer ablösefrei den Rücken kehren. Es sei denn, die Eisernen hätten jetzt vorher mit ihm verlängert. Aber selbst über solche Details schweigt man sich entlang der Wuhle ja seit einiger Zeit gerne aus.

Nur 176 Minuten Einsatzzeit für Marcus Ingvartsen

Nach einer eigentlich sehr guten Vorbereitung durfte der 25-jährige Däne in den ersten sechs Pflichtspielen aber nur 176 von 540 möglichen Minuten absolvieren. Offenbar sah er bei so wenig Spielzeit die Felle für die dänische Nationalmannschaft wegschwimmen. Denn Ingvartsen möchte unbedingt noch mit auf den WM-Zug aufspringen.

Nicht die einzige Personalie, die Fragzeichen aufwirft. Denn mit Bastian Oczipka haben die Köpenicker einen weiteren Linksverteidiger geholt, obwohl sie da mit Niko Gießelmann und Tymoteusz Puchacz recht passabel aufgestellt sind. Oczipka hat zwar in der letzten Saison 27 Spiele für Schalke bestritten. Aber: Er ist immerhin schon 32. Für ihn spricht vor allem, dass er ablösefrei zu haben war, weil er bei den Königsblauen nach dem Abstieg keinen neuen Vertrag mehr bekommen hat.

Union holt auch Kevin Möhwald

Auch bei Kevin Möhwald konnte eine Einigung erzielt werden. Union konnte offenbar die siebenstellige Summe drücken, die Bremen als Ablöse für den defensiven Mittelfeldspieler sehen wollte.

Ob auch Marco Friedl jetzt noch kommt, hängt von Friedrich ab. Der hatte ja die vom Fernsehsender Sky in den Raum geschleuderte Transfer-Brandbombe mit als Rohrkrepierer bei Sport1.de entlarvt. „Ich habe die Stimmung heute auf der Tribüne an der Alten Försterei mitverfolgt. Ich kann die großartigen Union-Fans beruhigen: Schon allein wegen meiner großen Verbundenheit zu Union werde ich definitiv nicht zu Hertha gehen.“ Er hat damit keinen Wechsel verneint, aber immerhin ein feines Gespür für die Brisanz der Situation bewiesen. Sollte er doch noch gehen, muss sich zeigen, ob Werder von seiner Sechs-Millionen-Euro-Forderung abrückt.