Berlin-Köpenick -  Die Serie ist gerissen, schon in Dortmund übrigens. Da wurde Robin Knoche 17 Minuten vor dem Ende von Trainer Urs Fischer vom Feld geholt und durch Nico Schlotterbeck ersetzt. Womit Knoche dem Kollegen Marvin Friedrich im bis dahin dauernden Kopf-an-Kopf-Rennen ein Alleinstellungsmerkmal überlassen musste. Der ist jetzt der einzige Profi beim 1. FC Union, der keine Sekunde Spielzeit verpasst hat. 

Einen Spruch von Friedrich musste Knoche dazu bislang noch nicht einstecken. „Kann er gerne machen. Wenn er meine Erfahrung hat, dann können wir weiter reden“, scherzte der eisenharte Abwehrmann, der völliges Verständnis für seinen vorzeitigen Abgang im Dortmunder Stadion hatte: „Bei der Auswechslung lagen wir in Dortmund 0:1 zurück. Wir mussten weiter aufmachen. Und wenn du da mit Gelb vorbelastet bist, ist es nicht ratsam, dann womöglich mit Haaland ins Laufduell zu gehen.“

Apropos Verwarnungen. Knoche erlebt derzeit eine völlig neue Situation für ihn. Es war seine vierte Gelbe Karte in dieser Spielezeit. Vorbelastet in ein Spiel zu gehen, das hat er in all den Jahren seit seinem Profidebüt im August 2011 noch nie durchmachen müssen. Überhaupt sah er in 214 Bundesligaspielen nur 13-mal den gelben Karton. Eine bemerkenswert geringe Zahl an persönlichen Strafen für einen Abwehrmann. 

Robin Knoche gegen Ex-Klub Wolfsburg dabei

Nummer fünf hat er sich am Wochenende beim 2:1 gegen Bremen auch nicht eingehandelt. Also wird er auch nicht den Kick gegen seinen Ex-Klub Wolfsburg verpassen, der für die Eisernen nach der DFB-Pokal-Pause an diesem Wochenende ansteht. Das wäre ihm auch nicht recht gewesen. Es ist ja schon ein besonderes Spiel für ihn.

Viele Gedanken hat er daran noch nicht verschwendet. „Auf persönliche Sachen zu achten, kann nicht der richtige Schritt sein“, sagt er. Knoche ist bekannt dafür, sich in den Dienst des Kollektivs zu stellen. 

Denn er weiß, dass es auf Einzelschicksale keine Rücksicht zu nehmen gilt, wenn man ein großes Ziel vor Augen hat. Dem will er in Niedersachsen näherrücken. Damit es in der Woche darauf vielleicht zu einem Endspiel um Europa in Leverkusen kommen kann. Denn nach wie vor liegen die Eisernen zwar nur in Lauerstellung, aber nicht abgeschlagen beim Kampf um das internationale Geschäft. 

Den positiven Druck, etwas gewinnen zu können, sieht er auf Seiten der Eisernen. Wolfsburg hingegen könnte etwas verlieren. Die Champions-League-Qualifikation nämlich, wenn der VfL weiter ins Stolpern geraten sollte. Im April holten die Wölfe nur sechs Zähler aus fünf Spielen, nachdem sie vor vier Wochen noch satte acht Punkte Vorsprung auf Dortmund hatten. Jetzt sind es nur noch zwei. „Der Druck“, so Knoche, „liegt schon beim VfL.“