Berlin-Köpenick - Vielleicht war es kein ideales Debüt, das Nico Schlotterbeck vom 1. FC Union beim 1:2 gegen den FC Augsburg erlebte. Gewonnen hätte er sowieso gerne, „wenn wir den Elfmeter verwandeln, nehmen wir auf jeden Fall zumindest einen Punkt mit“, doch überhaupt zu spielen, war bereits die größte Freude für die Leihgabe vom SC Freiburg, die zum ersten Mal seit fast vier Monaten wieder für die Eisernen auf dem Rasen stand.

Durchaus eine harte Zeit, wie Schlotterbeck, dessen älterer Bruder Keven im Vorjahr an die Köpenicker ausgeliehen war, im Gespräch offenbart: „Die erste Verletzung war mit einer Ausfallzeit von vier bis sechs Wochen verbunden. Da war eigentlich alles gut. Die zweite Verletzung kurz darauf war dann schwerer zu akzeptieren, vielleicht war ich da auch ein-, zweimal zu Hause schlecht drauf.“ In der Schlussphase des Spiels gegen den FSV Mainz 05 hatte sich der 21-Jährige eine Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen, wenige Wochen später musste er, bereits zurück im Training, erneut abbrechen und wurde in seiner Genesung zurückgeworfen. Schlotterbeck zog zur Reha kurzzeitig zurück zu seinen Eltern nach Stuttgart, auch um seiner Familie näher zu sein.

Heimweh überkam ihn dabei aber nicht. „Ich bin noch immer total froh, hier zu sein, habe neue Menschen, neue Freunde kennengelernt“, erklärt er und ergänzt, dass er sich auch deshalb noch keine Gedanken darüber gemacht habe, wie es im Sommer bei ihm weitergehen soll. Bruder Keven ist in Freiburg zum Stammspieler gereift, einen Konkurrenzkampf wollen die Geschwister weiterhin gerne vermeiden, was auch ein langfristiges Engagement in Köpenick nicht unwahrscheinlich aussehen lässt.

Dafür müsste Schlotterbeck seine Qualitäten aber erst einmal wieder regelmäßig auf den Rasen bringen dürfen. Nicht leicht in Anbetracht dessen, dass sich in Robin Knoche und Marvin Friedrich ein starkes Duo in der Innenverteidigung gefunden hat und Florian Hübner vor seiner Sperre als dritter Mann in einem System mit Dreierkette gesetzt war. Doch ein Positionswechsel kommt für Schlotterbeck kaum infrage. „Im zentralen Mittelfeld wäre es schwer, weil man das Spiel auch hinter sich hat und ich die Abläufe lieber vor mir habe. Linksverteidiger habe ich gelegentlich in der U-Nationalmannschaft gespielt, es ist aber nicht gerade meine Lieblingsposition.“ Wichtig ist ihm jedoch auch: „Wenn der Trainer mich aber da aufstellt, spiele ich natürlich auch da.“

Der Youngster weiß für sein junges Alter dennoch ganz genau, was er will. „Manch einer nennt das vielleicht Arroganz, aber ich lasse mir eben nicht von jedem etwas sagen. So selbstbewusst bin ich, vielleicht ab und zu auch mal frech. Aber ich finde, das braucht es im Profifußball auch“, bekräftigt er. Dem ist nichts hinzuzufügen.