Berlin-Köpenick - Es war eine so überraschende wie tolle Nachricht, die sich am Dienstag auf dem Gelände rund um das Stadion An der Alten Försterei herumsprach: Der 1. FC Union löst Hertha BSC als mitgliederstärkster und damit auch größter Klub Berlins ab, hat nun 37.360 Mitglieder und ist damit auf dem Papier einer der wichtigsten Fußballvereine Deutschlands.

Hier nun will sich auch Petar Musa durchsetzen und seine ersten Schritte auf der ganz großen Fußballbühne versuchen. Der Kroate wechselte am letzten Tag der Transferperiode auf Leihbasis von Slavia Prag nach Köpenick und gleichsam von einer mittelmäßigen europäischen Liga in „eine der besten der Welt“, wie er selbst sagt. Eigentlich ungewöhnlich, weil Kicker auf der Suche nach Spielpraxis, das hat auch Musa in seiner noch jungen Karriere bereits erfahren, vor allem bei kleineren Vereinen geparkt werden. Viktoria Zizkov und Slovan Liberec hießen die bisherigen Leihstationen des 21-Jährigen, seit er bei Slavia unter Vertrag steht, ehe er sich beim tschechischen Hauptstadtklub präsentieren durfte.

Auch deshalb kam der Wechsel nach Berlin ein wenig überraschend. „Ich bin nach Deutschland gekommen“, erklärt Musa die Leihe selbstbewusst in einem Videogespräch, „um den nächsten Schritt in meiner Karriere zu machen.“ Die Unterschiede zum tschechischen Fußball hat er schnell erkannt: „Alles passiert hier schneller, die Spieler haben eine ganz andere Qualität.“ Ob Musa da mithalten kann, lässt er offen, sagt nur: „Wenn ich nicht bereit für die Bundesliga wäre, wäre ich nicht hier.“ Doch seine Stärken oder Schwächen sollen andere beurteilen, darüber sprechen möchte er ungerne, sie lieber auf dem Rasen präsentieren.

Dass der U21-Nationalspieler, der am liebsten im Sommer sein Land bei der Nachwuchs-Europameisterschaft vertreten will, durchaus Stärken hat, ist in der Vergangenheit nicht nur Slavia Prag und dem 1. FC Union aufgefallen. „Ich hatte so viele Angebote von diesen Klubs“, antwortet Musa auf die Frage, warum er als talentierter Kroate nie für die hochkarätigen Jugendakademien von Dinamo Zagreb oder Hajduk Split gespielt hat, „aber es hat einfach nie gepasst.“ Was wohl die richtige Entscheidung war, denn nun darf und will er den Köpenickern dabei helfen, „die tolle Tabellenposition zu halten und weiter so gute Resultate einzufahren“.

Wie es dann im Sommer für ihn weitergeht, lässt er offen: „Darüber mache ich mir noch keine Gedanken.“ Planmäßig würde er nach Prag zurückkehren, doch dass das Schicksal manchmal spannende Wendungen nehmen kann, wissen sie beim 1. FC Union seit Dienstag noch ein bisschen besser.