Berlin - Der Nächste, bitte! Der neunte Neue beim 1. FC Union ist da. Vom Hamburger SV kommt Innenverteidiger Rick van Drongelen nach Köpenick.

Im Internet kursiert derzeit ein Meme bezüglich des Transfergebarens der Eisernen. Es zeigt ein Bild aus dem Pixar-Klassiker „Findet Nemo“, auf dem aufgeregte weiße Möwen mit dem Union-Logo auf der Brust laut „Meins“ kreischen. Betitelt ist das ganze mit der Überschrift „Oliver Ruhnert, wenn er einen vertragslosen Spieler sieht“.

Ein Beuteschema ist auszumachen

In der Tat ist bei den Köpenickern ein Beuteschema auszumachen. Deutschsprachig, mit Bundesligaerfahrung und preiswert respektive ablösefrei. Oft sind es Kicker, die anderswo unterschätzt wurden. Gern auch jung und entwicklungsfähig und vor allem frühzeitig bereit, sich zu binden.

Machen wir kurz den Faktencheck für van Drongelen. Jung? 22 Jahre alt. Passt. Deutschsprachig? Als Niederländer ist das von Haus aus oft schon der Fall. Zudem kam der Innenverteidiger schon 2017 zum Hamburger SV, wo er immerhin noch 18 Erstligakicks in der Abstiegssaison absolvierte. Stimmt also auch. Ablösefrei? Nicht ganz.

Der 1,85 m große Innenverteidiger, der aus dem Nachwuchs von Sparta Rotterdam stammt und im Nachbarland auch U21-Nationalspieler gewesen ist, hat noch einen ein Jahr gültigen Vertrag beim einstigen Bundesligadino. Doch an der Elbe setzt Neutrainer Tim Walter auf Neuzugang Sebastian Schonlau und Ex-Union-Abwehrmann Toni Leistner.

Rick van Drongelen kostet Union rund 500.000 Euro

So wurden van Drongelen keine Steine in den Weg gelegt für seinen Wechsel nach Köpenick. Die Ablösesumme wird auf rund 500.000 Euro taxiert. Auch, weil der Blondschopf ein echtes Seuchenjahr hinter sich hat. Erst zog er sich einen Kreuzbandriss zu. Dann verletzte er sich ausgerechnet beim Comeback im Stadtderby gegen St. Pauli. Diesmal nur einen Innenbandriss im Sprunggelenk. Aber es langte, dass van Drongelen zu nicht mehr als vier Einsätzen in der Saison kam.

Am Dienstag absolvierte van Drongelen den Medizincheck in der Hauptstadt, der Wechsel wurde am Nachmittag offiziell. Als Linksfuß soll er die Lücke schließen, die Union in den letzten beiden Spielzeiten mit den Leihen der Gebrüder Schlotterbeck jeweils nur temporär gefüllt hatte.