Bekommt er jetzt am Sonnabend (18.30 Uhr/Sky) tatsächlich sein Spiel gegen Hertha BSC? Im dritten Anlauf? Während drüben im Westend die Torwartnot groß ist, da sich Hertha-Keeper Alexander Schwolow in der Partie gegen Leverkusen offenbar einen Muskelfaserriss zugezogen hat und damit mindestens zwei Wochen – wenn nicht sogar länger – ausfallen wird, stellt sich in Köpenick beim 1. FC Union die Frage, wen Trainer Urs Fischer aufstellen wird. Frederik Rönnow, der am Freitag gegen Köln ein wenig Eigenwerbung machen konnte? Oder eben doch wieder Andreas Luthe, der auf seinen Stammplatz im Kasten der Köpenicker zurückkehren möchte, nachdem er gegen die Geißböcke mit muskulären Problemen passen musste?

Für welche Alternative sich der Trainer am Spieltag entscheidet, scheint offener denn je zu sein. Zu Saisonbeginn hatte sich Fischer auf seine Vorjahresnummer eins Luthe als erneute Stammkraft festgelegt. Der spielte demnach auch beim 2:0-Hinspielerfolg der Eisernen im Berliner Derby im November. Immerhin stellte Fischer Rönnow zuletzt als Trost eine Art Jobsharing light in Aussicht, versprach ihm bei internationalen Spielen und im Pokal Einsatzmöglichkeiten. Der Däne war im Sommer vorigen Jahres mit einem klaren Ziel nach Berlin gekommen: „Ich bin hier, ich will spielen. Ich habe Respekt vor meinen Torhüterkollegen, Andi hat eine sehr gute Saison gespielt. Ich bin geduldig. Aber ich bin auch ein Kämpfer, ich will mich zeigen.“

Arbeitsteilung zwischen Rönnow und Luthe in veränderter Abfolge

Laut der abgesprochenen Arbeitsteilung hätte der Däne folgerichtig im Januar beim Achtelfinalderby des DFB-Pokals im Olympiastadion aufdribbeln sollen. Dort stand dann doch aber wieder Luthe beim 3:2-Viertelfinaleinzug im Kasten, weil Rönnow am Tag zuvor aus privaten Gründen das Abschlusstraining verpasst hatte und auch bei der Videositzung zum Spiel nicht mit dabei sein konnte.

„Ich habe mich für Luthe entschieden, weil ich fand, dass die Vorbereitung auf solch ein wichtiges Spiel nicht die richtige war“, verriet Fischer wenige Tage später nach dem Auswärtssieg in Mönchengladbach, bei dem Rönnow als Ausgleich dann erstmals in der Liga ran durfte.

Fischer schließt einen Wachwechsel nicht aus

Es folgten – inklusive Köln – in der Rückrunde zwei weitere Ligaspiele für den 29-Jährigen. Erstmals allerdings mit anderen Untertönen. „Warten wir mal das Spiel von morgen ab und seine Leistung. Es geht auch um die Notwendigkeit. Aber diese Diskussion führen wir im Trainerstab und nicht in der Öffentlichkeit“, hatte Fischer einen möglichen Wachwechsel auf der Torhüterposition nicht per se ausgeschlossen.

Nun hat Fischer die Qual der Wahl: Rolle rückwärts zu Luthe oder auch mit Blick auf die kommende Saison vorwärts gedacht mit Rönnow: Der ist ja immerhin sechs Jahre jünger als sein kollegialer Konkurrent.