BerlinEs ist ein Leichtes, sich noch einmal Santi Kolks besten Moment als Spieler des 1. FC Union vor Augen zu führen. YouTube öffnen, die Suchbegriffe „Union“, „Hertha“ und „2010“ eingeben – und schon geht es los. Peter Niemeyer erzielt an diesem 17. September vor etwas mehr als zehn Jahren früh das 1:0 für die Gäste aus Charlottenburg, Union wehrt sich, drängt aber zunächst vergebens auf den Ausgleich. Bis eben Kolk in den Tiefen des Mittelfelds an den Ball kommt. Er nimmt sofort Tempo auf, läuft und läuft. Und keiner greift ihn an. Etwa 30 Meter vor dem gegnerischen Tor nimmt er kurz den Kopf hoch. Pass oder Abschluss? Kolk fällt intuitiv die richtige Entscheidung, läuft noch ein paar Meter, schießt – und trifft zum 1:1 in der 82. Minute. Klasse Tor, vielsagender Jubel, denn Kolk lächelt nicht, er nutzt den Moment zum gestenreichen Kommentar.

Derbys bringen Verlierer und Helden hervor. Kolk, inzwischen 39 Jahre alt, erfolgreicher Spielerberater, zählt zu letztgenannter Spezies, fühlte sich in Köpenick eine Spielzeit lang aber eher wie ein Verlierer, war häufig verletzt und mindestens genauso häufig mit Trainer Uwe Neuhaus nicht einer Meinung. Inzwischen hat er seinen Frieden mit den Eisernen geschlossen, begeistert sich für die Entwicklung, die sein ehemaliger Klub genommen hat. „Es ist unglaublich, was da passiert. Ich freu mich, dass Union jetzt in dieser Situation ist“, sagt er wenige Tage vor der Neuauflage des Stadtderbys, in dem Union aufgrund der aktuellen Form die Favoritenrolle zukommt.

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