Berlin-Köpenick - Zu früh gefreut. Urs Fischer, Trainer des  1. FC Union, hatte sich schon zurücklehnen wollen. Denn auf der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Köln (Sonnabend, 15.30 Uhr/Sky) waren die einleitenden Worte des Schweizers zur sportlichen Situation kaum verhallt, da wurde sich sofort einem anderen Thema zugewandt. Alles wollte wissen, was es mit den Corona-Schnelltests auf sich hat, die die Köpenicker am Spieltag in der Alten Försterei durchzuführen gedenken. 

„Ich wäre froh gewesen, wenn ich jetzt ’ne Pause gehabt hätte“, meinte der Schweizer, zu dessen Lieblingsbeschäftigungen die Fragrunden der Medien nicht gehören. Entscheidend ist für ihn nur auf dem Platz, auch wenn er weiß, dass auch das ein Teil seines Jobs ist. Doch die Hoffnung, dass er sich auf dem Podium entspannt zurücklehnen könnte, machte Unions Pressesprecher Christian Arbeit zunichte, in dem er die Fragerunde moderierte und zunächst einmal weiter alles rund um den Ball abklopfen ließ.

Nachdem das im klassischen Sprech abgehandelt worden war, drehte sich alles um die Corona-Tests. Das, was die Eisernen vorhaben, ist nichts weniger als ein weiteres Mosaiksteinchen auf dem Weg zurück zu einer vollen Stadionauslastung. In Corona-Zeiten geht das gefahrlos ja nur auf zwei Wegen: Entweder alle im Stadion sind geimpft oder aber entsprechend getestet und damit nicht ansteckend.

379 Menschen sind im Stadion

Pläne dazu hatten die Köpenicker schon letzten August vorgelegt – also in einer Phase der Teilzulassung von Zuschauern – und wurden von der Politik zurückgepfiffen. Nun soll gegen Köln „das Testen des Testens“ laufen, wie es Arbeit ausdrückte.

379 Personen dürfen nach der Infektionsschutzverordnungen zum Spiel. Davon muss man das kickende Personal – alle PCR-getestet – abziehen. Der Rest kann sich nun auf freiwilliger Basis am Spieltag einem kostenlosen Antigen-Schnelltest unterziehen. Acht Anlaufstationen sind dafür in der Haupttribüne vorgesehen. Betreut von medizinisch geschultem Personal.

Die Eisernen preschen damit keineswegs vor, wie Arbeit verdeutlichte, sondern sehen sich in einem Boot mit den Kulturbetrieben der Stadt. „Da gibt es erste Pilotprojekte. In der Philharmonie, dem Schauspielhaus oder der Oper“, so Arbeit. 

Es ist die Vorbereitung auf eine Zuschauer-Rückkehr, wann immer die kommen mag. So sollen alle Abläufe erprobt und Erkenntnisse für einen Einsatz im Publikumsbetrieb gewonnen werden. „Wir wollen bereit sein, wenn es drauf ankommt“, sagte Arbeit.