Berlin - Viele spannende, aber zugleich ungewisse Tage liegen vor Christopher Trimmel, dem 34 Jahre alten Kapitän des 1. FC Union. Weil viele Fragen noch ungeklärt sind, die sowohl die nahe Zukunft als auch die längerfristige Perspektive des Österreichers betreffen, der aktuell mit der Mannschaft im Quarantäne-Trainingslager im brandenburgischen Fürstenwalde weilt.

Der letzte Spieltag ist für Christopher Trimmel eine große Motivation

Die letzten drei Tage der Vorbereitung sind für die Köpenicker natürlich darauf ausgerichtet, am Sonnabend die Saison gegen RB Leipzig (15.30 Uhr) zu krönen und sich Platz sieben und damit die Teilnahme an der Conference League zu sichern. „Sich international zu qualifizieren, wäre ein Traum“, sagt der Burgenländer. Und im Gegensatz zu anderen Mannschaften, für die es am 34. Spieltag um nichts mehr geht, die diese besondere Form des Trainingslagers womöglich als Qual empfinden, sei die Stimmung „sehr, sehr gut. Die Motivation bleibt groß, wenn es noch um etwas geht“, sagt Trimmel. „So eine Chance bietet sich nicht jedes Jahr, deswegen wollen wir die auch nutzen.“

Einen zusätzlichen Schub dürften Trimmel und die Kollegen durch die 2000 Zuschauer bekommen, die im Stadion An der Alten Försterei zugelassen sind. „Wir freuen uns riesig, dass wieder Fans im Stadion sind.“ Das sei auch deshalb wichtig, weil es „für einige Spieler das letzte Spiel ist. Die Fans können sie vernünftig verabschieden.“

Für den Rechtsverteidiger trifft das nicht zu. Allerdings ist noch nicht geklärt, ob er kommende Saison wieder das Trikot der Eisernen überstreifen wird. „Wir können noch nichts vermelden“, sagt Trimmel über den Stand der Dinge bei den Vertragsgesprächen. Das sei aber nicht weiter ungewöhnlich. Aufgrund der besonderen Rahmenbedingungen in Coronazeiten würde derzeit vieles „langsamer als sonst“ passieren.

Linksverteidiger Tymoteusz Puchacz unterschreibt bei Union

Dass dennoch Bewegung auf dem Transfermarkt ist, zeigt sich an der vollzogenen Verpflichtung von Verteidiger Tymoteusz Puchacz. Der 22-Jährige wechselt vom polnischen Erstligisten KKS Lech Poznan nach Köpenick und wird auf der linken defensiven Außenbahn zum Einsatz kommen. Die Ablöse soll laut dem polnischen Medium sport.interia.pl bei 3,5 Millionen Euro liegen, womit er der teuerste Einkauf der Eisernen wäre. Doch bevor Puchacz richtig bei Union startet, wird er bei der EM wohl für sein Heimatland spielen. Am Montag wurde er in den Kader berufen.

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Tymoteusz Puchacz verstärkt den 1. FC Union ab der kommenden Saison.

„Tymoteusz war in den letzten beiden Jahren Stammspieler bei Lech Posen und hat seine Qualitäten auch international bereits unter Beweis gestellt. Mit ihm bekommen wir einen entwicklungsfähigen Spieler, der unsere Mannschaft in unserem dritten Jahr in der Bundesliga noch besser machen kann“, sagt Unions Manager Oliver Ruhnert.

Ob auch Trimmel sich Hoffnungen auf eine EM-Teilnahme machen darf oder am Sonntag erst mal zu einem längeren Familienurlaub aufbricht, wird sich am Mittwoch klären. Dann steht auch das erweiterte Aufgebot Österreichs fest. Und es wäre zumindest mal eine von vielen noch offen Fragen geklärt.