BerlinAm Ende des Wochenendes passierte den Kickern des 1.FC Union dann doch noch das, was sie am Sonnabend im Bremer Weserstadion beim hochverdienten 2:0 (2:0) gegen den SV Werder noch vermieden hatten: Die Eisernen gerieten kräftig ins Schlittern. 

Der Schneefall, der die Hauptstadt seit dem frühen Morgen erfreute, machte sich ja auch in Köpenick bemerkbar. Der Untergrund wurde rutschig, ein normaler Übungsbetrieb fand so nicht statt. „Wir konnten trainieren. Es war aber ein bisschen was dazwischen, weil der Schneefall heftig war. Da kam die Rasenheizung nicht mehr so zu Geltung. Aber es ging. Die Jungs hatten Spaß“, meinte der Schweizer, dem beim Anblick der weißen Pracht warm ums Herz wurde. In früheren Tagen war er ja gerne auf Skiern unterwegs gewesen. Nun kamen Erinnerungen hoch. „Das ist 'ne tolle Sportart. Es ist ein Vergnügen, wenn du in der weißen Landschaft den Berg herunterfahren kannst bei schönem Wetter. Heute zieht es mich eher in die Wärme“, verriet der 54-Jährige.

Ein Jahresauftakt nach Maß

Wenigstens Teil zwei der sonntäglichen Arbeitsschicht konnte der eiserne Übungsleiter bei behaglichen Temperaturen verrichten. Fischer wäre ja nicht Fischer, wenn er sich nach dem absolvierten Kick im Weserstadion nicht schon gleich wieder auf das Kommende gestürzt hätte. Also verfolgte er den Auftritt des VfL Wolfsburg, Unions kommender Gegner, in Dortmund.

Dass die Profis ihren Spaß hatten beim Auslaufen, konnte ihnen keiner verdenken. Der Dreier beim SV Werder, der den Eisernen nach den Toren von Sheraldo Becker (12.) und Taiwo Awoniyi (28.) die Zähler 22 bis 24 beschert hatte, ließ natürlich den Stimmungspegel steigen. Zumal sie in dem Bewusstsein ihrem Tagewerk nachgingen, dass das zuvor Geleistete ordentlich gewesen war. „Wir hatten eine gute Organisation“, lobt denn auch Becker die Kollegen. 

Europa spielt keine Rolle

Ein Jahresauftakt nach Maß also für Union. Der in Fischers Augen übrigens nicht selbstverständlich gewesen und auch nicht so leicht zustandegekommen war, wie er am Ende aussah. „Wir haben sehr viele Dinge sehr gut gemacht. Es war gut, so ins neue Jahr zu starten.  Da war die Niederlage im Pokal schon noch ein bisschen in den Köpfen der Spieler“, hatte Fischer zwar keinen Bruch wirklich befürchtet, war sich aber der lauernden Gefahr einer unliebsamen Zäsur des Köpenicker Laufs durchaus bewusst gewesen. 

Umso erfreuter war er natürlich, dass Union im Bremen Stadion eben nicht ausrutschte. „Die Mannschaft hat das gut gemacht, hat das Spiel kontrolliert,  kaum was zugelassen und war selbst immer wieder gefährlich“, so Fischer. 

Ähnlich standfest zeigten sich die Eisernen dann, wenn sie mit Ambitionen nach Europa aufs Glatteis geführt werden sollten, nur weil ihnen das Wochenende Platz fünf beschert hatte. „Wir spielen erst im zweiten Jahr Bundesliga. Wir machen es im Moment sehr gut, das sollte uns Selbstvertrauen geben für die nächsten Aufgaben. Aber es sollte nicht dazu verleiten, was anderes zu denken. Träume sind da, um sie auch zu verwirklichen. Das ist ja nichts Schlechtes. Aber im Moment sind wir nicht in einer Situation, um über dieses Geschäft zu sprechen“, ließ sich Fischer nicht von seiner ursprünglichen Zielsetzung abbringen.

Die lautet weiterhin schlicht Klassenerhalt. Und da sei Union angesichts des Vorsprungs in der Tabelle auf Rang 16 auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel. Aber: „14 Punkte sind ein ordentliches Polster, natürlich hilft uns das“, so Fischer.