Duell der Enttäuschten – Fischer kündigt Rotation und Reaktion an

Der 1. FC Union Berlin empfängt am Sonntag (15.30 Uhr) Eintracht Frankfurt. Beide Teams wollen mit einem Erfolgserlebnis in die Länderspielpause.

Platzt bei Sheraldo Becker am Sonntag endlich der Knoten mit einem Torerfolg gegen Eintracht Frankfurt?
Platzt bei Sheraldo Becker am Sonntag endlich der Knoten mit einem Torerfolg gegen Eintracht Frankfurt?City-Press GmbH

Es ist noch nicht lange her, da waren der 1. FC Union Berlin und Eintracht Frankfurt DIE positiven Überraschungen der Fußball-Bundesliga. Beide Vereine haben sich national im ersten Tabellendrittel eingenistet und überzeugten darüber hinaus auch in Europa. Doch in dieser Woche schieden beide Klubs aus dem internationalen Wettbewerb aus.

Die Hessen unterlagen am Mittwoch in der Champions League beim SSC Neapel mit 0:3, Union Berlin musste genau das gleiche Resultat 24 Stunden später in der Europa League bei Royale Union Saint-Gilloise hinnehmen. Frankfurt hat nur eine der letzten sieben Partien gewonnen, die Berliner gar nur eine der letzten acht. Die Enttäuschung wuchs in den vergangenen Wochen auf beiden Seiten.

Jetzt bietet sich am Sonntag (15.30 Uhr) im direkten Duell für beide Mannschaften die Chance zum Stimmungsumschwung. Der wäre besonders wichtig, weil danach die letzte Länderspielpause der laufenden Saison ansteht. „Wir haben unser Ausscheiden am Freitag noch einmal ganz deutlich analysiert“, verriet Urs Fischer auf der Pressekonferenz. Der Union-Trainer, dem in der bundeligafreien Zeit zehn Nationalspieler im Training fehlen werden, wollte ansonsten aber nicht mehr zurückblicken, sich stattdessen auf die kommende Aufgabe konzentrieren.

„Wir wollen eine Reaktion zeigen“, erklärte der Schweizer und kündigte gleichzeitig eine Rotation an, die „alle Mannschaftsteile“ betreffen könnte. In diesem Jahr war die Dreier-Abwehrkette um Robin Knoche, Diogo Leite und Danilho Doekhi eigentlich unantastbar, doch insbesondere der Portugiese erwischte am Donnerstag einen rabenschwarzen Abend, auch Knoche und Doekhi lieferten genug Argumente dafür, dass Timo Baumgartl oder Paul Jaeckel mal wieder eine Chance von Beginn an erhalten könnten.

Definitiv nicht dabei ist auch weiterhin András Schäfer und auch bei Kapitän Christopher Trimmel ist die Prognose hinsichtlich eines Einsatzes am Sonntag nicht gut. Der Österreicher steht krankheitsbedingt mit ziemlicher Sicherheit nicht zur Verfügung.

Mit einem Sieg gegen Frankfurt würde Union die Gäste schon auf acht Punkte in der Tabelle distanzieren. Doch dafür müssen Tore her und auch das war zuletzt ein großes Problem der Köpenicker. Kein Angreifer ist derzeit in Form und auch aus dem Mittelfeld kommt keine Torgefahr. Elemente, an denen Fischer mit seinem Team in den kommenden Wochen arbeiten wird. Ob er sehr unglücklich sei, dass ihm ab Montag fast die Hälfte des Kaders nicht zur Verfügung stehe, wurde Fischer gefragt. „Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass sie mal den Kopf frei bekommen und einen anderen Trainer hören“, mutmaßte der.

In den nach ihrer Rückkehr noch neun verbleibenden Wochen der Saison werden sie noch oft genug seinen Kommandos folgen.