Bad Saarow - Auf einmal lag er auf dem Rücken. Wie so ein Maikäfer. Okay, Max Kruse pumpte nicht so. Und war behände wieder aufgesprungen. Ein kleines Missgeschick bei einer Passübung hatte ihn ins Taumeln gebracht und rücklings stürzen lassen. Was mit einem gehörigen Feixen auf der kleinen Tribüne im Vereinsheim des SV Einheit Reichenwalde kommentiert wurde. Und einige Chronisten flugs die Uhrzeit notieren ließ. 10.46 Uhr wurde in manchen Notizblöcken vermerkt. 

Der zweite Tag im Kurztrainingslager bei Bad Saarow hatte es für den 1. FC Union in sich. Rund zwei Stunden scheuchte Urs Fischer seine 27 Schützlinge am Vormittag über den grünen Rasen. Bei steigenden Temperaturen. Am Nachmittag kam es dann knüppeldick. Fitness-Trainer Martin Krüger bat zu seinem gefürchteten Kraftkreisel, den er mit viel Liebe zum Detail und nicht immer zur Freude der Spieler immer zu Beginn einer Vorbereitung genüsslich durchexerzieren lässt. Nicht umsonst wird im Team über ihn gescherzt, in seiner Umgebung rieche es leicht nach Schwefel. Was Krüger fröhlich mit einem teuflischen Grinsen quittierte.

Oliver Ruhnert lobt Fitnesszustand

Ohne Fleiß eben keinen Preis. Aber die Eisernen waren ja auch nicht zum Vergnügen ins Brandenburgische gefahren, auch wenn der nahe Scharmützelsee ein verlockendes Ziel ist. Es sollten ja die ersten Grundlagen gelegt werden, damit die Spieler fit sind. Auch wenn sie, wie Manager Oliver Ruhnert verriet, in gutem Zustand aus dem Urlaub zurückgekehrt waren.

„Die Testergebnisse waren gut, aber eigentlich hatten wir auch nichts anderes erwartet. Was wir uns vorgestellt hatten, ist scheinbar so im Urlaub umgesetzt worden. Alles im grünen Bereich. Natürlich sind nicht alle auf dem gleichen Level. Gerade die Neuzugänge hatten ja nicht dieselbe Trainingssteuerung. Offenbar gab es da sehr unterschiedliche Pläne“, meinte der 48-Jährige, der im gleichen Atemzug drauf verwies, dass mit einigen Kandidaten in den kommenden Tagen individuell gearbeitet werden soll.

Klingt nach programmierter Anstrengung. Doch die Aussicht, dass am Sonnabend nur eine Einheit stattfinden soll, ehe es am Abend eine teambildende Maßnahme gibt, hellte die Stimmung bei den Kraftübungen auf. Und Fischer motivierte allein schon die Aussicht am Abend, seine Landsleute im EM-Viertelfinale zu sehen. „Die Schweizer“, so Unions Trainer zuversichtlich, „kommen weiter“. Hätte wohl keiner was dagegen. Außer ein paar Jungs von der iberischen Halbinsel vielleicht.