Berlin-Köpenick - Die 13 durfte es nicht werden. Was, wie Unions neuer Mittelfeldspieler Kevin Möhwald in einer virtuellen Medienrunde am Dienstag verriet, keinesfalls dem Aberglauben geschuldet sei. „Die Auswahl war ja nicht mehr so groß. Neben der 13 war da noch die 30. Ich habe mich da mit der Familie beraten und wir waren alle der Meinung, dass das das Beste sei für mich“, meinte der gebürtige Erfurter.

Womit Möhwald in Köpenick nicht nur positionsmäßig in große Fußstapfen tritt, sondern auch bei der Rückennummer. Die war bis vor wenigen Tagen noch im Besitz von Robert Andrich, ehe es den gebürtigen Potsdamer nach Leverkusen zog. Nun trägt sie also Möhwald, der seine Vorzüge aber weniger im rustikalen Verteidigen, sondern mehr im Spielaufbau sieht.

„Ich fühle mich im zentralen Mittelfeld am wohlsten. Weil ich am stärksten das Spiel mit dem Ball machen kann. Ich bin da auch mutig genug, die Bälle nach vorne zu tragen. Das kommt vielleicht daher, dass ich im Lauf der Jahre von ganz vorne immer weiter nach hinten gewandert bin. In der Rückwärtsbewegung kann ich mich sicherlich noch steigern“, so Möhwalds Selbsteinschätzung über seine Fähigkeiten.

Möhwald freut sich auf Kruse

Kurioserweise ist er genau wie Bastian Oczipka, der zweite Transfer der Eisernen kurz vor Torschluss, schon mal Kollege von Cedric Teuchert und Max Kruse gewesen. Mit Teuchert beim Klub in Nürnberg, mit Kruse eben in Bremen. Und rückblickend würde er schon sagen, dass dessen Abgang von der Weser ein nicht unerhebliches Mosaiksteinchen war für den Niedergang des SV Werder.

„Ich bin sehr froh, wieder mit Max in einer Mannschaft spielen zu können. Er macht seine Mitspieler besser, hat einen unglaublichen Einfluss auf das Spiel der Mannschaft. Er war in Bremen ein Keyplayer, der auf einmal gefehlt hat. So eine Halterung, die weggebrochen ist. Was zunächst nicht so offensichtlich war am Anfang, aber auf Dauer hat man das immer mehr gemerkt“, so der 28-Jährige.

Möhwald sieht Union als Riesenchance

Kruse und Teuchert sind nun aber nicht der alleinige Grund, warum er zu Union gekommen ist. Eher, dass er die Eisernen als „Riesenchance“ sieht. Auch, um mal internationale Luft zu schnuppern, was ihm bisher nicht vergönnt gewesen war in seiner Karriere. Aber natürlich hat er mit beiden vor dem Wechsel gesprochen. „Da stand eigentlich schon alles fest, aber es vermittelt einem ein gutes Gefühl, wenn man sich mit ihnen unterhält und merkt, dass man alles richtig entschieden hat“, so Möhwald.

Ein gutes Gefühl vermittelt ihm zudem die Rückkehr der Zuschauer in die Stadien dieser Welt. Am Sonntag könnte er gegen Augsburg das vielleicht wieder einmal genießen. So ihn denn Urs Fischer aufstellt. „Alle Fußballer sind froh, dass ein bisschen Normalität zurückkommt“, so Möhwald und ergänzte: „Du entdeckst die Liebe zum Fußball nochmal neu, jetzt, wo es keine Geisterspiele mehr gibt.“