Urs Fischer über Unions U19-Talent Aljoscha Kemlein: „Da muss er noch dazulernen“

Urs Fischer beorderte Eigengewächs Aljoscha Kemlein beim Testspiel des 1. FC Union Berlin gegen den FC St. Gallen in die Startelf.

Union-Talent Aljoscha Kemlein durfte sich in den ersten 45 Minuten gegen den FC St. Gallen beweisen.
Union-Talent Aljoscha Kemlein durfte sich in den ersten 45 Minuten gegen den FC St. Gallen beweisen.IMAGO/Koch

Urs Fischer wurde nachdenklich, als er am Sonnabend in der Mixed Zone nach dem 4:1-Testspielsieg des 1. FC Union Berlin gegen den FC St. Gallen auf Aljoscha Kemlein angesprochen wurde: „Ja, was soll ich sagen. Mit dem Ball hat es mir eigentlich gefallen. Gegen den Ball ging es ein bisschen schnell. Ich glaube, das hat man heute schon auch deutlich gesehen.“

Er führte weiter aus: „Aber er macht Schritte. Solche Tests, diese Minuten, tun ihm gut. Da kommt er in Situationen und merkt, dass es halt ein bisschen schneller geht. Training ist dann nicht Spiel.“

Schließlich sei der junge Sechser auf „eine aggressive Mannschaft von St. Gallen getroffen“, die zudem „hartnäckig“ gewesen sei. Fischer ergänzte: „Wir werden auch mit ihm eine Analyse machen. Aber er hat das gut gemacht, war bemüht. Bei der ein oder anderen Aktion, da muss er noch dazulernen.“

Angesprochen darauf, dass Kemlein Ruhe ausstrahle, erwiderte Fischer lächelnd: „Ja, Ruhe. Es gibt dann Situationen, wo Ruhe jetzt nicht das richtige Mittel ist.“ Man merkte dem Schweizer Übungsleiter an, dass er sich vom deutschen U19-Nationalspieler etwas mehr Präsenz wünschen würde.

Aljoscha Kemlein (r.) im Zweikampf mit Randy Schneider vom FC St. Gallen.
Aljoscha Kemlein (r.) im Zweikampf mit Randy Schneider vom FC St. Gallen.IMAGO/Koch

Aljoscha Kemlein deutete seine Fähigkeiten gegen den FC St. Gallen an

Denn er hat mit seinen Beobachtungen recht, natürlich muss sich der 18-Jährige, der noch immer auf seine ersten Einsatzminuten für die Profis der Eisernen wartet, erst mal an die deutlich höhere Intensität, Athletik und Geschwindigkeit im Männerbereich gewöhnen.

Gerade auch über solche Partien, die dem zentralen Mittelfeldmann mit Sicherheit bei seiner Entwicklung helfen. Allerdings war es nicht so, dass Kemlein völlig untertauchte. Er bekam nach einem starken Ballgewinn sogar Szenenapplaus von einem Großteil der 5072 Zuschauern.

Darüber hinaus öffnete er das Spiel mit einigen klugen Pässen auf die Außenbahnen. Sein Potenzial war erkennbar und dass er noch ein wenig schüchtern auftritt, ist nur nachvollziehbar, schließlich muss er all diese Erfahrungen erst nach und nach sammeln.

Eine weitere Möglichkeit dazu bietet das Trainingslager in Spanien. Dorthin wird er laut Fischer mitfahren, schließlich habe er die Vorrunde mit der Profimannschaft trainiert, beim 0:4 in Freiburg und mehrfach in der Europa League im Kader gestanden.

Mathis Bruns kam gegen den FC St. Gallen ebenfalls zum Einsatz, benötigt aber noch ein wenig Entwicklungszeit.
Mathis Bruns kam gegen den FC St. Gallen ebenfalls zum Einsatz, benötigt aber noch ein wenig Entwicklungszeit.City-Press GmbH

Zwei andere U19-Talente brauchen noch Zeit: „Bei Bruns und Jurschik sieht das ganze ein bisschen anders aus“, so Fischer.