Unions Anthony Ujah laboriert noch an den Folgen einer Knie-Operation, der er sich kurz nach dem Saisonende unterzogen hatte.
Foto:  Matthias Koch

BerlinDas geht ja gut los.  Zumindest beim Trainerstab. Behände und vergnügt kletterte Union Berlins Trainer Urs Fischer am frühen Montagvormittag in der Alten Försterei aus einem Kleinbus, der ihn und seine Übungsleiterkollegen von den Corona-Tests zurück zum Stadiongelände brachte. Co-Trainer Sebastian Bönig stieß wenig später hinzu, es wurde gescherzt. Da waren ein paar Akteure offenbar gut erholt nach Berlin zurückgekehrt. 

Auch Zugang Sebastian Griesbeck verhielt sich vorbildlich: Kaum auf dem Parkplatz angerollt, überbrückte er die kurze Distanz zum Eingang mit einer Maske vor Mund und Nase. Ja doch, noch immer herrscht Coronagefahr. Damit ist nicht zu spaßen, dem sollte jeder weiterhin Rechnung tragen. Die zurückgekehrten Leihspieler Lars Dietz und Nicolai Rapp tummelten sich auch schon wieder in Köpenick, wobei man nicht weiß, wie lange. Der ehemalige Düsseldorfer Niko Gießelmann betrat die Alte Försterei mit einem besseren Gefühl, als er sie am 34. Spieltag nach einem 0:3 gegen die Eisernen verlassen hatte. Soweit also alles bestens.

Weniger erfreulich war hingegen der Anblick von Anthony Ujah. Der nigerianische Mittelstürmer schleppte sich an Krücken aufs Gelände. Weil er sich in der Vorsaison immer wieder mit Knie-Problemen herumplagen musste, unterzog sich der 29-Jährige nach dem Saisonende in Köln einem operativen Eingriff. Alles Routine, wie die Köpenicker mitteilten. Bei den anstehenden Leistungstests muss Ujah noch passen. Wenn Union am Donnerstag erstmals wieder mit dem Ball am Fuß übt, muss der 1,80 Meter große Angreifer aber erstmal Aufbau- und Grundlagenarbeit leisten. Zum Glück ist bis zum Saisonstart noch etwas Zeit. Nicht auszudenken, wenn der umworbene Sebastian Andersson bis dahin dem Lockruf des Geldes erlegen sein sollte und die Eisernen ohne etatmäßigen Mittelstürmer dastehen würden. 

Endo hat es am Oberschenkel

Noch unschöner war hingegen die Nachricht, die die Köpenicker aus Fernost ereilte. Zugang Keita Endo ist noch nicht mal in Berlin angekommen – das soll planmäßig am Mittwoch erfolgen – und schon ist er ein Sorgenkind bei den Eisernen. In seinem letzten Ligaspiel für Yokohama F. Marinos gegen Hokkaido Consadole Sapporo (1:3) musste der 1,75 Meter große Linksaußen nach nur 17 Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Kein schönes Ende für den Neueisernen in der japanischen Heimat. Und damit steht der Start in dieser Woche beim 1. FC Union unter keinem guten Stern.

Während ein Klubsprecher der Eisernen sich telefonisch an einer Entwarnung versuchte und erklärte, dass es sich eher um eine Vorsichtsmaßnahme handelte, war Endo nicht ganz so optimistisch: „Ich hatte das Gefühl, dass ich mich am hinteren Oberschenkel verletzt habe. Ich glaube zwar nicht, dass es eine schlimme Verletzung ist, aber man muss das erst einmal genauer untersuchen“, wird der 22-Jährige von seinem alten Verein zitiert.

Ob sich dadurch die Abreise von Unions Leihstürmer aus Japan verzögert, ist bis dato nicht bekannt. Doch selbst wenn alles gut geht und er sich nur leichteren Rehamaßnahmen unterziehen muss, trübt das natürlich ein klein wenig die Vorfreude auf den zweifachen Nationalspieler. Denn zusätzlich sind bei medizinischen Maßnahmen die Sprachbarrieren wenig hilfreich, wie Union in der Vorsaison am Beispiel von Suleiman Abdullahi leidvoll erfahren musste. Richtig gut los geht es bei den Eisernen in die zweite Bundesligasaison also nicht.