Intensiver Test in Amsterdam: Unions Niko Gießelmann (r.) im Zweikampf mit Quinten Timber.
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BerlinDer 1. FC Union hat am frühen Sonntagnachmittag in Amsterdam die Ehre des deutschen Fußballs gerettet. Die Köpenicker kamen in einem Testspiel bei Rekordmeister Ajax zu einem 2:2. Seit Dienstag hatte der niederländische Vorzeigeverein mit dem Zweitligisten Holstein Kiel (5:2) und den Bundesligisten Hertha BSC (1:0) und Eintracht Frankfurt (2:1) drei deutsche Teams bezwungen. Da das Freundschaftsspiel gegen die Eintracht am Sonnabend keine 24 Stunden vor dem Anstoß gegen Union stattfand, stellte Ajax im eigenen Stadion nicht seine stärkste Formation auf den Platz.

Das soll den ordentlichen Auftritt der Köpenicker jedoch nicht schmälern. „Es hat mir gut gefallen. Wir haben gegen eine technisch starke Mannschaft ein gutes Spiel gemacht. Wir waren sehr schnell im Spiel. Wir kamen in die Duelle und konnten Ajax auch unter Druck setzen“, sagte Union-Trainer Urs Fischer.

Der Schweizer schickte wieder eine Abwehr-Dreierkette aufs Feld. Mit Torwart Andreas Luthe, den Verteidigern Robin Knoche, Nico Schlotterbeck und Niko Gießelmann sowie Offensivmann Keita Endo standen fünf Neuverpflichtungen in der Startelf in der Johan Cruyff Arena, deren Ränge leer bleiben mussten. Ajax ließ keine Fans zu. Die Niederländer schlossen auch unabhängige Medienvertreter vom Spielbesuch aus, Sport1 übertrug die Partie live im Fernsehen. 

Die Eisernen hätten schon vor der Pause in Führung liegen müssen. Doch Grischa Prömel (14./Pfosten), Sebastian Andersson (25.), Marius Bülter (29.) und Knoche (30.) vergaben klare Chancen, auch weil Amsterdams 37-jähriger Torwartroutinier Maarten Stekelenburg vortrefflich hielt. Ajax spielte dagegen vor dem glücklichen Führungstreffer durch Carel Eiting (27.) die komplette Hintermannschaft der Berliner aus.

Im zweiten Abschnitt kamen die Gäste schnell durch Marcus Ingvartsen zum 1:1-Ausgleich, der eine Flanke von Gießelmann direkt einschoss. Ingvartsen musste bereits Ende der ersten Hälfte für Endo eingewechselt werden, weil sich der Japaner am rechten Oberschenkel verletzt hatte.

Amsterdam hätte durch Lassina Traore (50./Pfosten) schnell antworten können. Doch mit dem 1:2 durch Bülter, der einen zweiten Ball nach einer Hereingabe von Gießelmann aus Nahdistanz unter die Latte drosch (57.), war Union eigentlich dem Sieg nahe. Joshua Mees (64.) und Grischa Prömel (66.) hätten die Führung noch ausbauen können.

Doch Ajax rettete nach einer tollen Kombination mit dem 2:2 durch Jurgen Ekkelenkamp (70.) noch das Unentschieden. „Wir müssen uns auch in der zweiten Hälfte ein bisschen unsere Chancenauswertung vorwerfen lassen. Das war nicht optimal. Aber wir kommen zu Möglichkeiten. Das ist das Positive. Von daher war es ein gelungener Test“, meinte Fischer.