Michael Gregoritsch trifft zum 2:1 für die Gäste aus Augsburg.
Foto: Matthias Koch

Berlin-KöpenickDer 1. FC Union ist mit einer Niederlage in die neue Bundesliga-Saison gestartet. Gegen den FC Augsburg verloren die Eisernen im Stadion an der Alten Försterei nach einer enttäuschenden Leistung mit 1:3 (0:1). Wobei im Besonderen die Durchschlagskraft und die Ideen im Angriff fehlten. 

„Wir waren in den entscheidenden Situationen nicht klar genug dran und haben als Team nicht gut verteidigt. Das führt zu Gegentoren“, sagte Max Kruse, der sein Pflichtspieldebüt für die Eisernen gab, aber nach seiner Einwechslung in der 71. Minute die Wende zum Guten nicht herbeiführen konnte, „das ist natürlich sehr, sehr ärgerlich am ersten Spieltag, da brauchen wir nichts schönreden.“

Der prominente Zugang der Köpenicker, der zuletzt in der türkischen Süper Lig bei Fenerbahce Istanbul gekickt hatte, weiß allerdings auch, dass bei ihm ebenfalls Luft nach oben ist. „Ich glaube noch nicht, dass ich bei 100 Prozent bin. Das war nach rund sechs Monaten Pause auch nicht zu erwarten. Aber ich arbeite weiter daran. Ich will der Mannschaft natürlich so schnell wie möglich helfen“, äußerte Kruse.

Dass sich die Eisernen trotz einer zeitigen Kaderplanung noch in der personellen Findungsphase befinden, ließ sich ganz gut an der Anfangsformation ablesen. Nach dem Abschied von Sebastian Andersson hatte Urs Fischer als zentralen Stürmer erst mal Marcus Ingvartsen aufgeboten, flankiert von Marius Bülter auf der linken und doch ein wenig überraschend Sheraldo Becker auf der rechten Seite. Wobei Bülter und Becker in der Defensive die Aufgabe zukam, die Dreierkette im Mittelfeld in eine Fünferkette zu verwandeln. Dahinter agierten in einer Viererkette Christopher Trimmel, Marvin Friedrich, Robin Knoche und Christopher Lenz. Alles gemäß dem Motto: Wenn schon personelle Experimente, dann doch keine taktischen.

Umdisponieren musste Fischer dennoch frühzeitig. In der 24. Minute musste Mittelfeldmann Christian Gentner angeschlagen vom Feld, für ihn übernahm Neuzugang Sebastian Grießbeck. Zu diesem Zeitpunkt hatte Marius Bülter bereits das erste Mal aufs Tor geschossen, doch sein abgefälschter Versuch landete neben dem Tor (8.). Die Gäste versuchten hingegen die Eisernen frühzeitig unter Druck zu setzen, was dahingehend gelang, dass Bülters Abschluss zunächst die einzige Torgelegenheit blieb. Einen Fehlpass des letztjährigen Union-Torhüters Rafal Gikiewicz, nun in Diensten der Augsburger, konnten die Köpenicker auch nicht nutzen (27.).

Bülter trifft zum Ausgleich

Doch auch die Gäste blieben bis kurz vor der Pause weitestgehend ungefährlich. Erst als Iago eine Flanke in den Strafraum brachte schlug Ruben Vargas zu und traf per Kopf zur 1:0-Gästeführung. Bitter für die eiserne Hintermannschaft: Der Schweizer misst gerade einmal 1,74 Meter.

Nach der Pause bemühte sich Union vor 4500 Zuschauern den Druck zu erhöhen, doch ernstzunehmende Torchancen erwuchsen daraus nicht. Ein weiterer Distanzschuss von Bülter (48.) und eine Hereingabe des Ibbenbüreners auf einen dicht umstellten Sheraldo Becker (53.) fielen eher in die Kategorie Alibi.

Das sah auch Urs Fischer so und brachte mit Cedric Teuchert und Kruse zwei frische Angreifer (71.). Das zeigte zunächst Wirkung. Bei seinem dritten Versuch donnerte Bülter eine Lenz-Hereingabe zum Ausgleich ins Augsburger Tor (75.). Doch die Freude währte nur kurz. Nur sieben Minuten später flankte erneut Iago auf Michael Gregoritsch, der die erneute Gäste-Führung markierte. Kurz vor Schluss traf der eingewechselte André Hahn noch zum 3:1.