Berlin-KöpenickDer 1. FC Union hat sein Heimspiel gegen den SC Freiburg im Stadion An der Alten Försterei mit einem 1:1 (1:1) beendet. Die Eisernen waren über die komplette Spielzeit die klar bessere und präsentere Mannschaft, verpassten es jedoch, die Überlegenheit in Tore umzumünzen. Am Ende glich Robert Andrich (35.) eine völlig überraschende Gäste-Führung durch Vincenzo Grifo (34.) wenige Sekunden später aus.

Unions Trainer Urs Fischer hatte seine Startelf im Vergleich zum 1:1 beim FC Schalke 04 nur marginal verändert. Christian Gentner, der zuletzt mehrere Wochen verletzt ausgefallen war, ersetzte den seinerseits nun angeschlagenen Grischa Prömel, Marcus Ingvartsen durfte auf dem linken Flügel wieder mit Marius Bülter tauschen. Überhaupt scheint der Schweizer Übungsleiter, von dieser Position mal abgesehen, seine ideale Startelf gefunden zu haben.

Die legte auch ähnlich sehenswert los, wie schon in den Spielen zuvor. Die Eisernen verschafften sich im eigenen Stadion von Anfang an die spielerische Präsenz, die sie in diesem Spieljahr bislang häufig ausgezeichnet hatte. Schon nach drei Minuten musste Freiburgs Verteidiger Dominique Heintz seinen geschlagenen Schlussmann Florian Müller vor einem Schuss von Joel Pohjanpalo retten. Bei einem schön herausgespielten Kopfball vom Max Kruse war Müller indes auf dem Posten (7.).

Unkte man beim vergangenen Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 (4:0) noch, dass die Stärke der Köpenicker vor allem der Schwäche der Gäste geschuldet sei, so wurde bereits nach wenigen Minuten offenbar, dass Union sich in den vergangenen Monaten durchaus die Fähigkeit angeeignet hat, den Gegner nicht nur defensiv, sondern auch offensiv so zu dominieren, dass bei dem gar nichts mehr geht. Kopflos versuchten die Breisgauer Angriffe zu initiieren, mehr als lange Bälle nach vorne kamen dabei aber nicht herum.

Andrich beantwortet die überraschende Freiburger Führung

Stattdessen drückten die Eisernen, zunächst aber ohne Erfolg. Pohjanpalo (19.) und Robert Andrich (31.) verpassten die Chancen zur Führung. Die erzielte stattdessen, förmlich aus dem Nichts, der SC Freiburg. Vincenzo Grifo (34.) traf nach einem skurrilen Tänzchen zwischen Robin Knoche und Christian Günter  an der Eckfahne, mit Hilfe des Innenpfostens zur Führung. Nur 110 Sekunden später verschaffte sich Robert Andrich mit einem beherzten Distanzschuss Luft und netzte direkt zum Ausgleich ein. Dabei blieb es bis zur Halbzeit, in der der langjährige Busfahrer Sven Weinel emotional verabschiedet wurde.

Im zweiten Durchgang wurden die Gäste mutiger, doch Union drückte weiterhin auf die Führung. Nach einem kräftigen Schuss von Marcus Ingvartsen, den Freiburgs Keeper Müller abwehren kann, verpasste Sheraldo Becker mit seinem Kopfball die zunächst beste Chance (49.). Überhaupt verdiente sich der Niederländer mit seinen unermüdlichen Flankenläufen auf der rechten Seite wieder einmal das Fleißbienchen des Tages, auch wenn er wohl lieber einen Treffer erzielt hätte.

Den erzielte allerdings niemand mehr. Ein Hammer von Marvin Friedrich (86.) rauschte noch am Tor vorbei, zwei Minuten später köpfte Friedrich einen Kruse-Freistoß ebenfalls knapp daneben. Am Ende blieb, trotz der phasenweise drückenden Überlegenheit der Unioner, das 1:1 - und die Frage, ob die Köpenicker, nach dem insgesamt akzeptablen Remis in der Vorwoche auf Schalke, diesmal den Sieg nicht vielleicht sogar hätten erzwingen müssen. Bei so viel Aufwand fühlte sich das Unentschieden kurz nach dem Schlusspfiff jedenfalls irgendwie zu wenig an...