Berlin-KöpenickZurück in die Blase, heißt die Devise. Beim 1. FC Union schaltet man um, tut alles dafür, wie in der Zeit nach dem ersten Lockdown alles künftig noch sicherer zu machen. Mit anderen Worten: Die Corona-Gefahr für sich so gering wie möglich zu halten. Los geht es schon mit den Maßnahmen vor dem montäglichen Gastspiel bei Europa-League-Teilnehmer TSG Hoffenheim (20.30 Uhr).

Als erste Maßnahme wurde in Köpenick erneut die Öffentlichkeit beim Training ausgesperrt. Selbst Reporter dürfen den Übungseinheiten nicht mehr beiwohnen. Für Fans war das ja nach der Rückkehr aus dem Sommertrainingslager ohnehin schon nicht mehr möglich. Klare Überlegung: Je weniger Kontakte es zu ungetesteten Zeitgenossen gibt, desto geringer das Risiko für die Profis.

Auch die gängigen Spielerinterviews werden aus dem gleichen Grund beginnend mit der kommenden Woche nur noch audiovisuell stattfinden und nicht mehr vis-à-vis. Zum Spiel wird jetzt per Charterflug angereist und nach dem Kick soll es sofort wieder zurückgehen. Alles, damit das Team unter sich bleibt und keiner höheren Ansteckungsgefahr ausgesetzt wird.

Zwei Geisterspiele im November

Die obligatorische Spieltagspressekonferenz findet an diesem Sonnabend auf absehbare Zeit letztmals mit leibhaftig vor Ort anwesenden Reportern statt. Auch das beliebte Nachspieltagsgespräch zwischen Trainer und Reportern wird künftig wohl nur wieder virtuell stattfinden. Womit der Charakter der Gesprächsrunde sich einfach ändern wird. Es ist dann kein lockeres Miteinander mehr, sondern  hat eher was von einer dozierenden Veranstaltung.

Das sind alles nachvollziehbare Schritte. Lamentieren kann man höchstens darüber, dass alle Anstrengungen, wieder Publikum in nennenswerter Größenordnung ins das Stadion zu kriegen, nun angesichts der zunehmenden Pandemie-Bedrohungslage Makulatur geworden sind. Im November – und so weit reicht ja der Lockdown II derzeit – kommen die Partien gegen Bielefeld (7. November) und Frankfurt (28. November) wieder als Geisterspiele zur Austragung, wie schon alle Kicks der zweiten Rückrundenhälfte nach dem ersten Lockdown.

Ob es im Dezember dann zu einem teilweise Rückschrauben der Maßnahme kommt, wird man abwarten müssen. Der für diesen Monat angesetzte beliebte Union-Preisskat – quasi eine Pflichtveranstaltung im Fankalender bei den Eisernen – wurde vor geraumer Zeit schon auf März verschoben. Bei geschlossener Gastronomie ist die Durchführung unmöglich. Selbst die Überlegung, das alljährliche und beliebte Union-Theaterstück Anfang Dezember im Stadion aufzuführen und nicht in den beengten Räumen der „Freiheit 15“ in Köpenick, steht unvermittelt auf tönernen Füßen.