Sinsheim - Es gibt immer diese Theorien im Fußball. Weil aufeinandertreffende Teams zuvor so oder so gespielt haben, müsste dieses oder jenes dabei herauskommen. Meistens geht das fürchterlich schief. Wäre Fußball so einfach, wäre er nicht so populär. Oder um es mit Karl-Heinz Rummenigge in seiner Stichelei gegen den examinierten Lehrer Ottmar Hitzfeld auszudrücken: „Fußball ist keine Mathematik.“

Insofern hätte die Partie der TSG Hoffenheim gegen Eintracht Frankfurt ein Schützenfest werden müssen. Vor der Partie hatten die Teams zusammengerechnet schließlich an 14 Spieltagen zuvor 48 Treffer erzielt und 48 kassiert. Doch dann nahm vor allem die Frankfurter Offensive nur träge Fahrt auf, so dass die Partie erst im letzten Drittel den Erwartungen gerecht wurde und tatsächlich mit einem fulminanten 3:2 (1:0)-Sieg der Hoffenheimer endete.

Den Ansprüchen zu allererst gerecht wurde Hoffenheims Brasilianer Roberto Firmino, der seine Fähigkeit zum gekonnten Steilpass so häufig so gefährlich ausspielte, dass die Frankfurter sich beim lieben Herrgott bedanken durften, dass sie bis zum Schluss im Geschäft blieben. Zwar hatte zunächst Kevin Volland in der 43. Minute einen der Geniestreiche Firminos zum Führungstreffer genutzt, als er frei auf den ehemaligen Hoffenheimer Torwart Timo Hildebrand zulief − der wegen des Pfeifferschen Drüsenfiebers von Felix Wiedwald in die Eintracht-Elf gerutscht war − und ihn umlief, um einzuschießen.

Für den verdienten Ausgleich zum 1:1 sorgte Stefan Aigner in der 58. Minute, als er eine scharfe Flanke von Bastian Oczipka volley mit links ins rechte untere Eck donnerte. Doch mit einem Abstauber zum 2:1 reanimierte Adam Szalai die Gastgeber bereits acht Minuten später wieder.

Dann hatte die Eintracht gehörigen Dusel, weil Hoffenheim ein ums andere Mal beste Vorarbeiten von Firmino vergab, während auf der anderen Seite der Schweizer Haris Seferovic den erneuten 2:2-Ausgleich schaffte (77.). Da nahm der großartige Firmino mit brotloser Kunst die Dinge selbst in die Hand: Nach einigem Gestocher drückte er den Ball zum Sieg über die Linie (87.). Und irgendwie war Fußball dann doch Mathematik. (BLZ)