Wenn ein Team bereits nach viereinhalb Minuten eines Viertels mehr Punkte als im Abschnitt zuvor erzielt hat, läuft plötzlich das richtig, was vorher nicht funktionierte. Handelt es sich dabei um den Vergleich zwischen dem zweiten und ersten Viertel, muss man von einem Fehlstart sprechen. Nicht immer wird das vom Gegner bestraft, am Mittwochabend schon. Im Eurocup konnte Alba Berlin in den ersten zehn Minuten gerade einmal elf Punkte erzielen, Cedevita Zagreb brachte es auf 32 und legte so den Grundstein für den späteren 109:102-Erfolg. „Wir waren nicht bereit, den Kampf anzunehmen“, sagte Jonas Mattisseck, mit 16 Punkten neben Rokas Giedraitis Albas Bester.

Ärger um die Schiedsrichter

Als dieser Giedraitis schon nach 86 Sekunden den zweiten Foulpfiff kassierte, hatte man bereits das Gefühl, dass an diesem Abend Dinge passieren sollten, mit den nicht immer alle in der Arena am Ostbahnhof einverstanden sein sollten. Es war nicht die Anzahl der Pfiffe, die das Schiedsrichtertrio verteilte, denn die war nahezu identisch. Viel mehr waren es die Pfiffe, die die Albatrosse nicht oder aus ihrer Sicht zu Unrecht erhielten, was wiederum für verständnislose Blicke bei Spielern, Resignation bei Trainer Aito Garcia Reneses und Wut bei den Zuschauern sorgte. Da geriet die Leistung der Gastgeber fast zur Nebensache und irgendwie gab es, zumindest aus positiver Sicht, nichts, was nennenswert gewesen wäre. Nur vier Spieler konnten punkten, das Reboundverhältnis ging mit 13:3 klar an Zagreb.

Rhythmus gefunden

Es konnte eigentlich nur besser werden und auch deshalb hatte Alba mit den zwölf Punkten nach viereinhalb Minuten des zweiten Viertels die Punktausbeute des ersten Durchgangs überboten. Offensiv war jetzt endlich so etwas wie einen Rhythmus gefunden. Die ersten Dreier fanden den Weg in den Korb, nach und nach leuchteten hinter den Namen weiterer Spieler Punkte auf dem Videowürfel. Ein Problem bekamen die Albatrosse aber weiter nicht in den Griff: die Defense. Zagreb hatte viele offene Würfe, traf diese und führte zur Pause mit 61:38. Doch Alba war wieder im Spiel.
Trotz aller Widrigkeiten waren Einsatz und Moral zu sehen und wurden von den Fans mit Applaus honoriert. Pfiffe gab es indes weiter gegen die Schiedsrichter.

Rätselhafte Entscheidungen

Das Trio verspielte spätestens im dritten Viertel jeden Kredit, als es zunächst Clint Chapman nach einem technischen und einem unsportlichen Foul aus der Halle schickte. Als auch noch Luke Sikma sein fünftes Foul erhielt und ebenfalls vom Feld musste, schien die Partie endgültig gelaufen zu sein. Das gleich Schicksal ereilte auch noch Jonas Mattisseck gut zwei Minuten vor dem Ende. In einer Phase, in der Alba noch einmal auf 86:96 verkürzt hatte. Zagreb brachte den Sieg irgendwie über die Runden. Die Hypothek des ersten Viertels war für Alba zu groß.