Berlin - Die Mauer war knapp sechs Jahre gefallen. Es war das Frühjahr 1995 und Hertha BSC aus dem alten West-Berlin hatte plötzlich ein belastendes Problem aus vergangenen DDR-Zeiten. Sein Aktenname Kurt Wegner oder besser „IM Kurt Wegner“ und noch genauer Bernd Stange (69). Er war im Sommer 1994 als Sportdirektor zu den Blau-Weißen zurückgekehrt, nachdem er hier schon von 1991 bis 1992 als Trainer tätig war.

Der ehemalige DDR-Auswahlcoach hatte bereits 1973 eine Verpflichtungserklärung bei der Stasi unterschrieben und war bis 1986 für die Mielke-Spione tätig. So war es in den Akten bei der Gauck-Behörde  zumindest zu lesen. Als die Vorwürfe bekanntwurden, holte sich Stange, alias IM Kurt Wegner“, die Akten selbst ab, las sie und legte sie dem Hertha-Präsidium danach vor. 

Nach vielem Hin-und-Her feuerte der Verein dann Stange. Einige Jahre später wurde bekannt, dass Stange auch den 1979 aus der DDR geflüchteten Trainer Jörg Berger (2010 verstorben) ausspioniert haben soll.