Kaiser, den Titel hat im Fußball eigentlich Franz Beckenbauer für sich gepachtet. Doch die Urheberrechte für diese majestätische Bezeichnung liegen bei einem Herthaner. Karl Tewes (geboren 1886, verstorben 1968) gehörte von 1923 bis 1927 der Mannschaft der Blau-Weißen an. Er spielte in der Läuferreihe und definierte seine Aufgabe als Stopper neu. Heute ähnlich der Sechserposition vor der Abwehr. Er war für das Aufbauspiel zuständig. Da er es so hervorragend machte, nannte man ihn nur „Kaiser Karl“.

Das Bemerkenswerte seiner Karriere: Mit 18 Jahren hörte er zunächst mit dem Fußball auf und wurde Schmied. Nach neun Jahren Pause gab er sein Comeback bei Norden-Nordwest, ging ein Jahr später zu Viktoria, bevor er sich Hertha anschloss. 1920 wurde er mit 34 Jahren in die Nationalelf berufen und spielte beim 2:3 gegen Österreich. Tewes ist somit der älteste Debütant aller Zeiten. Als er seine Karriere bei Hertha beendete, war Tewes bereits 40 Jahre alt. (wh.)