Berlin - Viel Kraft hatten die Eisbären nicht mehr übrig. Für einen gemeinsamen Jubel mit den Berliner Fans aber reichte es dann doch noch. Mit 3:0 (0:0, 1:0, 2:0) hatten sich die Gastgeber am Donnerstagabend im entscheidenden Spiel am Ende einer begeisternden Halbfinal-Serie gegen die Adler Mannheim durchgesetzt und das Finale gegen München erreicht. Dass sich Fans und Mannschaft bereits am Freitagabend (19.30 Uhr) erneut an gleicher Stelle wiedersehen würden und die Spieler nicht einmal 24 Stunden zur Regeneration haben, verkürzte die Feierlichkeiten nach Schlusspfiff verständlicherweise.

Matt White und Frank Hördler treffen die Latte

Wer von den 10.035 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof im Vorfeld auf ein ähnliches Spektakel wie in den vorangegangenen vier Spielen der Serie gegen die Adler gehofft hatte, sah bereits in der Anfangsphase, dass das diesmal ausbleiben würde. Beiden Mannschaften merkte man an, dass körperliche und mentale Stärke irgendwo auf der Strecke zwischen Berlin und Mannheim verloren gegangen war. Dementsprechend blieben Abschlüsse im ersten Abschnitt Mangelware. Zwei Schüsse von Matt White und Frank Hördler gingen zwar an die Latte, aber ansonsten war im Kampf um den Einzug in das Finale auffällig, dass niemand das letzte Risiko gehen wollte, um nicht durch einen Fehler einen Gegentreffer zu kassieren.

Die Vorsicht beider Dauerrivalen hatte sich auch auf das Publikum übertragen. Mit großer Dankbarkeit honorierten die Eisbären-Fans, dass es nach der Drittelpause etwas offensiver zur Sache ging. Und nach gerade einmal 43 Sekunden wurden die Eisbären bereits belohnt. Nach Vorlage von Kevin Clark war Manuel Wiederer plötzlich völlig frei vor Mannheims Keeper Felix Brückmann. Nach kurzem Verzögern scheiterte der Eisbären-Stürmer noch im ersten Versuch, legte aber den Nachschuss zum 1:0, seinem vierten Treffer in den Play-offs, vorbei am Schlussmann der Adler. Die Erleichterung beim Torschützen und seinen Teamkollegen war deutlich sichtbar und die Fans nun die Unterstützung, die es in einem solch entscheidenden Spiel braucht. Mit dem ersten Treffer des Abends wurde die Partie offener: Beide Mannschaften hatten in der Folge gute Möglichkeiten, aber auch gute Torhüter, die alle weiteren Schüsse entschärften.

Blaine Byron schießt Eisbären Berlin ins Finale gegen München

Das letzte Drittel musste also die Entscheidung bringen. Nachdem die Gastgeber die ersten Sekunden in Unterzahl schadlos überstanden hatten, erhöhten sie dort wieder den Offensivdruck. Und diese Bemühungen wurden in der 46. Minute belohnt. Abermals leistete Clark den Assist, erneut brauchte es den Nachschuss, diesmal hieß der Torschütze allerdings Blaine Byron, der ebenfalls seinen vierten Treffer in den diesjährigen Play-offs erzielte. Die Mannheimer versuchten in den letzten gut zwei Minuten alles, nahmen den Torhüter raus, den dritten Treffer des Abend aber erzielte erneut Blaine Byron 46 Sekunde vor dem Ende für die Eisbären.