Berlin - Den Großteil der Fans in der erstmals seit über zwei Jahren wieder ausverkauften Arena am Ostbahnhof hielt es in den letzten Minuten nicht mehr auf den Sitzen. Knapp lagen die Eisbären Berlin im dritten Finalspiel gegen München und waren auf dem Weg zum zweiten Sieg im dritten Spiel. Gemeinsam brachten Fans und Mannschaft das 2:1 (1:1, 1:0, 0:0) über die Zeit, die Eisbären haben dadurch bereits am Mittwoch in München den ersten Matchball zur Verteidigung der deutschen Meisterschaft.

Beim Tempo auf dem Eis war beiden Mannschaften nicht anzusehen, dass sie am Vortag noch 84 Minuten in München gegeneinander gespielt haben. Die Berliner starteten bereits nach zwölf Sekunden mit einem Pfostenschuss von Zach Boychuk in Spiel drei dieser Finalserie und hatten im direkten Gegenzug der Münchener Glück, dass Frederik Tiffels und Austin Ortega mit ihren Schüssen an Mathias Niederberger im Eisbären-Tor scheiterten. Nach dieser fulminanten Anfangsphase aber ließen es beide Teams keineswegs ruhiger angehen. Und gleich die erste Zeitstrafe sollte das erste Tor des Spiels bringen. Während Ben Street wegen Beinstellens erst einmal vom Eis musste, nutzten die Eisbären ihre Überzahl eiskalt aus. Nach gut vier Minuten landete die Scheibe beim völlig frei stehenden Zach Boychuk, der mit einem Gewaltschuss für das 1:0 sorgte.

Kaum war Münchens Street wieder am Spiel beteiligt, nahm er Einfluss auf das Geschehen: Erst eroberte er die Scheibe von Jonas Müller, dann legte er sie für Zachary Redmond auf, der nach sechseinhalb Minuten zum 1:1-Ausgleich traf. Mit dem Wissen um die Wichtigkeit dieser Begegnung ging es auch nach diesen beiden Toren mit vollem Tempo und Einsatz es zur Sache.

Nach der Drittelpause ließen es beide Finalisten etwas langsamer angehen. Bei weiter hoher Intensität in den Zweikämpfen gab es auch mehr Zeitstrafen. Hatten die Berliner bereits im ersten Drittel eine Unterzahl schadlos überstanden, kassierten sie auch im zweiten Drittel mit einem Spieler weniger keinen Gegentreffer. Die Münchener gaben weiterhin mehr Schüsse als die Eisbären ab, scheiterten aber entweder an Niederberger und verfehlten das Tor. Als sich der eine oder andere Fan bereits auf den Weg zum Bierstand machte, konnte doch noch gejubelt werden. Einen Schuss von Kai Wissmann fälschte Dominik Bokk 93 Sekunden vor der Drittelpause zur 2:1-Führung, die auch nach Videobeweis Bestand haben sollte, ab.

Wie bereits in den beiden vorangegangenen Partien war vor dem Schlussabschnitt also noch alles offen, erstmals aber lagen die Eisbären mit Beginn der letzten 20 Minuten in Führung. Mit der Unterstützung der Fans verteidigten die Berliner den knappen Vorsprung und sind dem Titel damit ganz nah.