So ein Spiel wirkt natürlich nach. Zum einen, weil die Unioner aus ihrer Sicht am Freitagabend beim 2:2 gegen den MSV Duisburg zwei Punkte verschenkt haben, zum anderen, weil der eine oder andere Gegner offensichtlich bei der Einführung ins Fairplay nicht richtig aufgepasst hat.

So richtete sich die Wut der Eisernen im Besonderen gegen Boris Taschy. Der Ukrainer war ja nicht nur wegen allerlei Nickligkeiten auffällig geworden, sondern im Besonderen  wegen seiner Auseinandersetzung mit Union-Keeper Rafal Gikiewicz. Taschy, das berichtete sowohl der Betroffene als auch Verteidiger Marvin Friedrich, soll sich nach Schlusspfiff    völlig daneben benommen, Gikiewicz aufs Übelste beleidigt haben. Worauf Letztgenannter sich zu einem Schubser hinreißen ließ. „Es war unter der Gürtellinie, ging gegen meine Familie – und da verteidige ich mich natürlich“, sagte der Pole. Sein Teamkollege Friedrich urteilte: „So etwas geht gar nicht, so etwas hat mit Fußball nichts zu tun.“

Unsportlicher Auftritt

Zu dieser Einschätzung dürfte wohl auch Union-Trainer Urs Fischer gekommen sein. Der Fußballlehrer aus der Schweiz haderte allerdings weniger mit dem unsportlichen Auftritt des gegnerischen Stürmers im Nachgang der Partie, vielmehr mit den Nachlässigkeiten seiner Spieler. „Mit zwei individuellen Fehlern beraubst du dich der Punkte“, klagte Fischer, wobei er natürlich  auf  Kenny Prince Redondo  und Gikiewicz  zielte, die mit ihren Schnitzern dem Spiel in der Schlussphase noch eine unerwartete Wendung gaben.

Redondo vertändelte beim Duisburger Ausgleich durch Cauly Oliveira Souza  zum 1:1 den Ball (77.), Gikiewicz irrte sechs Minuten später beim 1:2 durch Richard Sukuta Pasu durch den Strafraum. „Wenn er schreit, dann muss er ihn haben oder muss auf der Linie bleiben. Aber wir wollen das nicht an einem Spieler festmachen“, sagte Verteidiger Florian Hübner, dem immerhin in der Nachspielzeit noch der Ausgleich gelungen war.

Beim Team entschuldigt

Dennoch war Gikiewicz   anzumerken, wie sehr ihn dieser Arbeitstag gefrustet hat.  „Wir haben zwei Punkte verloren, hätten das Spiel gewinnen müssen. Ich habe mich bei der Mannschaft entschuldigt und gesagt, dass es mein Fehler war.“   Seinen Stil  will er deshalb nicht ändern: „Ich bin ein offensiver Torwart. Wenn eine solche Situation noch einmal passiert, komme ich   wieder raus.“

Am Sonnabend (13.00 Uhr) gibt es in Bielefeld immerhin schon wieder Gelegenheit, Trainer Urs Fischer  wieder  milde zu stimmen. „Jetzt müssen wir uns alle zusammenraufen, das analysieren und dann halt nächste Woche in Bielefeld wieder Gas geben“, kündigte Mittelfeldspieler Grischa Prömel an. „Wir wissen, dass wir noch viel zu arbeiten haben.“ (BLZ)