3:0 Auswärtssieg: Das Wichtigste zum Union-Sieg gegen Düsseldorf

Die Ausgangslage: Da 1860 München und Paderborn am Freitag klar verloren haben, hatte der 1. FC Union die Möglichkeit, den Vorsprung auf die Abstiegsplätze auszubauen. Allerdings hatten die Berliner in der Zweiten Liga noch nie in Düsseldorf gewonnen, und die Fortuna hatte zuletzt zehn Punkte aus vier Heimspielen geholt.

Das Ergebnis: Es heißt ja, dass Serien dazu da sind, um gebrochen zu werden, und für Ballbesitz gibt es keine Punkte. Daher geht das 3:0 (1:0) für Union in Ordnung. Letztlich ist das „wie“ sowieso egal. Hauptsache ist, dass die Vorlage der schwächelnden Konkurrenz genutzt wurde.

Die erste Hälfte: Weil sich Stephan Fürstner zwei Tage vor dem Spiel im Training den Beckenkamm geprellt hatte, wurde er durch Dennis Daube ersetzt. Zudem nahm Steven Skrzybski seine Position im Sturm nach einem Spiel Pause wieder ein. An der taktischen Aufstellung änderte sich nichts, auch nicht an der Herangehensweise: Die Berliner überließen den Gastgebern den Ballbesitz und die Standard-Hoheit. Gleich zu Beginn wurde es zwei Mal gefährlich im eigenen Strafraum. Dann spielte Eroll Zejnullahu einen feinen Pass aus der eigenen Hälfte in den Lauf von Bobby Wood, der den Ball ins Tor lupfte (13.). Das Geschehen der ersten Viertelstunde wiederholte sich in Dauerschleife bis zum Halbzeitpfiff – mit dem einzigen Unterschied, dass Union es nicht schaffte, weitere Konter erfolgreich abzuschließen.

Die zweite Hälfte: Es gibt in dieser Saison ja auch die Serie, dass Union nahezu jede Führung verspielt. Warum, das zeigte sich in der 46. Minute, als Toni Leistner Ihlas Bebou von den Beinen holte: ein Elfmeter mit Ansage. Nun kämpfen aber die Fortunen ebenfalls mit einer unerfreulichen Serie: Sie haben nach Rückstand eigentlich immer verloren (acht Mal) und nur zwei Unentschieden holen.

Zudem war der eigentliche Strafstoßschütze der Rheinländer gesperrt, Ersatzmann Lukas Schmitz scheiterte an Daniel Haas. Dermaßen warmpartiert rettete der Union-Keeper nach der anschließenden Ecke spektakulär gegen Joel Pohjanpalo. Alles weitere sh. „Die erste Hälfte“ – mit der Ausnahme, dass dieses Mal Maximilian Thiel die Vorlage für Woods Kontertor gab (69.). Zum Ausklang zwang Zejnullahu nach Zuspiel des eingewechselten Sören Brandy den Elfmeterversager Schmitz noch zu einem Eigentor (86.).

Bobby der Baumeister: Man soll Stürmer nicht auf Tore reduzieren. Gut, im Falle von Bobby Wood, würde die Trefferfixierung an diesem Tag bereits für eine Belobigung reichen (Saisontore sechs und sieben). Das Drei-Punkte-Fundament goss der Angreifer aber durch eine überragende Defensivleistung. Bei gegnerischem Ballbesitz ließ er sich wie Steven Skrzybski auf der anderen Seite bis tief in die eigene Hälfte fallen und verstopfte gekonnt die Außenbahn. Serienfans hatten ohnehin damit gerechnet, dass er doppelt treffen wird. Das hatte er ja auch bei seinem letzten Besuch in Düsseldorf, damals mit Aue.

Der Freizeitkönig von Köpenick: Wochenenden mit Brückentagen verlängern, dass kann jeder. Wenn Sie aber wissen wollen, wie man Urlaub mit Brückenwochen unauffällig ausdehnt, gehen Sie bei Damir Kreilach in die Lehre. Er hat gerade Zeit, denn keiner lässt sich Gelbe Karten strategisch geschickter zeigen. Wie schon letztes Jahr holte er sich in Düsseldorf die fünfte Verwarnung der Saison. Vor zwölf Monaten brachte ihm das ein spielfreies Wochenende nach der Winterpause ein, dieses Mal macht er vor Weihnachten (un-)freiwillig Pause. Alles Zufall? Die Sommerferien im Mai hatte er ebenfalls verlängert, und sich am vorletzten Spieltag mit der zehnten Gelben Karte verabschiedet. Passen Sie auf, was am 33. Spieltag geschehen wird.

Besonderes Vorkommnis: Ein Eckball in der 63. Minute, getreten von Dennis Daube. Er brachte nichts ein. Soweit nichts Besonderes. Aber: Union verkürzte in der Eckball-Statistik auf 1:11. Von dem Schock erholten sich die Düsseldorfer bis zum Abschluss nicht. Sie erspielten sich in einer halben Stunde nur noch zwei weitere Eckstöße.

Die offene Frage: War jetzt Bobby Wood der entscheidende Mann oder Daniel Haas? Wood sagte „Haas“, Benjamin Kessel und Toni Leistner sagten „beide“ und Haas sagte: „Wir haben heute 18 Matchwinner gehabt.“ Wir sagen: Alle haben recht.

Das Fazit: „Es war nicht wahnsinnig viel anders als in den anderen Spielen vorher“, sagte Sascha Lewandowski nach der Partie. Der Sieg ist verdient, keine Frage, weil Union so effektiv war wie nie und einen Torhüter hatte, der die Mannschaft in der kritischen Phase mit zwei Paraden im Spiel hielt. „Wir haben aber trotzdem in der defensiven Zweikampfführung Schwächen gezeigt“, zog der Union-Trainer Bilanz. Er ist sich sicher: „Das Erfolgserlebnis wird uns für die weitere Entwicklung guttun.“

Das Spiel in Zahlen

Fortuna Düsseldorf - Union Berlin 0:3 (0:1)

Düsseldorf: Rensing - Schauerte (85. Akpoguma), Bodzek, Madlung, Bellinghausen - Julian Koch, Schmitz - Bebou, Fink (71. Ya Konan), Iyoha (61. Bolly) - Pohjanpalo. - Trainer: Hermann

Berlin: Haas - Trimmel, Leistner, Parensen - Zejnullahu, Daube - Kessel, Thiel - Kreilach - Skrzybski (85. Brandy), Wood (90.+1 Quaner). - Trainer: Lewandowski

Schiedsrichter: Felix Brych (München)

Tore: 0:1 Wood (13.), 0:2 Wood (69.), 0:3 Schmitz (86., Eigentor)

Zuschauer: 23.461

Beste Spieler: Bebou, Pohjanpalo - Haas, Wood Gelbe Karten: Julian Koch (5), Bodzek (3) - Kessel (7), Kreilach (5)

Besonderes Vorkommnis: Haas hält einen Foulelfmeter von Schmitz (47.)

Torschüsse: 17:8

Ecken: 13:1

Ballbesitz: 59:41 %