Die deutsche Nationalmannschaft geht dann doch mit einem guten Gefühl in die Fußball-Sommerpause. So wie von Bundestrainer Hansi Flick erhofft. Seine Elf landete gegen die Auswahl Italiens in Mönchengladbach jedenfalls am vierten Spieltag den ersten Sieg in der Nations League, nämlich einen 5:2 (2:0)-Erfolg, wusste dabei im Gegensatz zum fehlerhaften Vortrag beim 1:1 in Ungarn vor vier Tagen fast in jedweder Hinsicht zu überzeugen.

So ist auch das Erreichen der Finalrunde in diesem letztlich doch sehr seltsamen Wettbewerb wieder möglich. Wobei an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben sollte, dass sich die Italiener derzeit in einem tiefgreifenden Umbruch befinden und im Borussen-Park mit einer 1B-Mannschaft vorstellig wurden.

Sané ist bemüht, agiert aber ohne Fortune

Wenn er spielt, steht er im Fokus, und wenn er nicht spielt, wird doch über ihn geredet: Leroy Sané. Was sich auf das enorme Potenzial des 26-Jährigen zurückführen lässt, aber eben auch darauf, dass der Profi des FC Bayern dieses Potenzial offenbar nicht konsequent auszuschöpfen weiß. Gegen die Squadra Azzurra durfte der Angreifer mal wieder von Beginn an ran – und so viel darf an dieser Stelle schon mal verraten werden: Der Bayern-Profi war sehr bemüht, agierte aber ohne Fortune.

Neben Sané gibt es im Kader der DFB-Auswahl noch einen, über den zuletzt viel diskutiert wurde, nämlich Timo Werner, der zwar einiges mitbringt, um ein sehr guter Stürmer sein zu können, aber eben noch lange keiner ist. Gegen die Italiener hatte der Profi des FC Chelsea nach Vorarbeit von Thomas Müller nach gerade mal 60 Sekunden die Chance zum 1:0, doch verdaddelte er sie – jetzt wird's richtig böse – in typischer Timo-Werner-Manier.

Die vergebene Chance war der Auftakt eines munteren Schlagabtauschs. Sané suchte den Abschluss mit seinem schwächeren rechten Fuß, verzog knapp (7.), Manuel Neuer parierte glänzend gegen den frei zum Abschluss gekommenen Giacomo Raspadori (8.). Zwei Minuten später bekam Linksverteidiger David Raum Gelegenheit zur Flanke, flankte auch vors Tor, wo der aufgerückte Joshua Kimmich ungehindert den Ball stoppen und relativ locker das 1:o erzielen konnte.

Bastoni verhält sich wie ein Anfänger

Weil die Gastgeber die Gäste mit einem frühen Forechecking ärgerten, spielte sich in der Folge das Geschehen vorwiegend in der Hälfte der Italiener ab. Und hin und wieder leiteten die Spieler in Weiß und Schwarz aus dieser Überlegenheit auch eine Torchance ab. So wie in der 32. Minute, als Sané mit Werner kooperierte, Letztgenannter Jonas Hofmann steil schickte, Hofmann allerdings mit seinem Schuss aus spitzem Winkel an Keeper Gianluige Donnarumma scheiterte.

Auch Sané und Werner versuchten sich vor dem Pausenpfiff noch daran, den Schlussmann von Paris St. Germain zu überwinden. Beide ließen in der 38. und 40. Minute aber im Abschluss die Präzision missen.

Und als sich alle im Stadion schon Gedanken über den Pausensnack machten, ergab sich für die die DFB-Elf tatsächlich noch eine weitere Gelegenheit, um auf 2:0 zu erhöhen. Dank Alessandro Bastoni, der bei einer Flanke von Müller anfängerhaft in einen Zweikampf mit Hofmann ging, einen Strafstoß verursachte, den Ilkay Gündogan schließlich etwas zittrig verwandeln konnte.

Raum bringt sich erneut als Vorlagengeber ein

Zu Beginn der zweiten Hälfte gab es für die deutsche Defensive erst mal ein paar kleine Schreckmomente zu überstehen, bevor man dieses Spiel alsbald wieder in den Griff bekam und in der 50. Minute durch Müllers Treffer zum 3:0 dem Aufbegehren der Italiener ein Ende bereitete. Einmal mehr hatte sich Hoffenheims Raum in dieser Szene als Vorarbeiter eingebracht.

Und Sané und Werner? Der eine wurde hin und wieder, als ihm das eine oder andere misslang, vom Publikum mit Pfiffen eingedeckt, der andere hatte noch mehrere dicke Torchancen. In der 58. Minute bekam er nur ein Schüsschen zustande, dann durfte er aber innerhalb von 60 Sekunden gleich noch zweimal jubeln. In der 68. Minute, nachdem er einen Querpass des eingewechselten Serge Gnabry über die Linie gedrückt hatte. Und wenig später, als er die Verwirrung der Italiener zum 5:0 genutzt hatte. Die späten Treffer der Italiener durch Wilfried Gnonto (78.) und Bastoni (90. +3) taten nichts mehr zur Sache.

Man darf aus Sicht der Deutschen, so schnelllebig ist der Sport, also plötzlich doch einen Tick hoffnungsvoller in die Fußball-Zukunft blicken, auf den Showdown in der Nations League und natürlich auf die erste Winter-WM. Da ist übrigens Costa Rica der dritte Vorrundengegner der DFB-Auswahl. Das Team um Star-Keeper Keylor Navas zitterte sich im Ausscheidungsspiel zu einem 1:0 gegen Neuseeland.