Der Mainzer Moussa Niakhate spielt gegen Berlins Sebastian Andersson.
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BerlinHertha verliert gegen Leipzig. Union gewinnt in Mainz. In der Tabelle der Fußball-Bundesliga steht der Ost-Club vor dem West-Club.

Ein klein wenig Symbolik steckt in dem Ereignis: Hertha hat sich gerade mit Lars Windhorst einen Investor geholt und will das Spielglück mit Geld erzwingen. Union hat ein kleines Budget und muss auf jeden Cent schauen.

Union spielt in der Alten Försterei, wo sich Fußball noch wie Fußball anfühlt. In den VIP-Logen im Olympia-Stadion ist es schön warm. Die Bosse sind jedoch weg vom Spiel und träumen von der kalifornischen Sonne. Jürgen Klinsmann soll es richten.

Die Union-Bosse sind nahe am Spielfeld und den Fans. Union kämpft und rackert und spielt kreativ. Die Hertha-Stars sind Globetrotter, die überall spielen könnten. Trotzdem funktioniert es nicht.

Ein Menetekel für die Renaissance der DDR-Moral ist das Geschehen dennoch nicht. Leipzig kommt aus dem Osten und zeigt, dass man mit Geld etwas Sinnvolles machen kann. Düsseldorf liegt im Westen und zeigt, dass es auch ohne Finanzinvestoren geht.

Fazit: Der Osten und der Westen sind im Sport, 30 Jahre nach dem Mauerfall, auf Augenhöhe. Und das ist gut so.