In einem packenden Spiel trotzte der 1. FC Union Berlin dem Zweitliga-Dritten FC St. Pauli am Samstag ein 3:3 (2:1) ab. Der glückliche Ausgleich für die Gastgeber, die die erste Hälfte total verschlafen hatten, fiel vor der Rekordkulisse von 22012 Zuschauern in der Alten Försterei durch Benjamin Kessel in der Nachspielzeit. Im sechsten Spiel unter Trainer Sascha Lewandowski spielten die Berliner (zwei Siege/drei Niederlagen) zum ersten Mal Remis und können weiter zumindest vom Aufstieg in der Tabelle träumen.

„Der Stachel sitzt tief“, sagte St.Pauli-Torschütze Marc Hornschuh nach der Partie. „Was heute zählt, ist nur der in letzter Sekunde sichergestellte Punktgewinn. Leider haben wir zu einfache Gegentor kassiert“, erklärte Kessel vom Tabellen-Zwölften. St.Pauli-Trainer Ewald Lienen war zwar sichtlich angesäuert, blickte aber nach vorne: „Das ist in ein paar Tagen vergessen“.

Mit der 2:1-Führung zur Halbzeit hatten die Gastgeber das Spielgeschehen auf den Kopf gestellt. St. Pauli hatte mehr vom Spiel, die Berliner kamen zu zwei kuriosen Toren. Das 0:1 durch Waldemar Sobota (22.), wobei Michael Parensen nicht besonders gut aussah, glich Erol Zejnullahu (42.) mit seinem ersten Saisontreffer aus. Er hatte den Ball aus fast 35 Metern ins Tor gelöffelt und wurde dabei vom anfangs unsicheren St.Pauli-Keeper Robin Himmelmann unfreiwillig unterstützt. Das 2:1 machte Maximilian Thiel kurz vor dem Pausenpfiff, als er den Ball seitlich ins Tor bugsierte.

Der schnelle Ausgleich durch Marc Hornschuh (54.) und die erneute Führung durch Jeremy Dudziak (72.) schien für den Tabellendritten alles klar zu machen. Aber da hatten die Gäste die Rechnung ohne Kessel gemacht, der den finalen Sturmlauf der Berliner erfolgreich abschloss.

Mehr als 22 012 Zuschauer gab es in der 1920 eröffneten Spielstätte noch nie. Bis zur Sommerpause passten genau 21.717 Zuschauer in das Union-Stadion. Durch den Rückbau von Schalensitzen im Gästeblock gibt es dort seit Saisonbeginn 295 mehr Stehplätze als zuvor. Der Zuschauerrekord vor dem St. Pauli-Spiel stammte aus der Saison 1983/84. Damals kamen am 23. Mai 1984 kamen gegen Chemie Leipzig (1:1) 22.000 Menschen in die Alte Försterei. Nach diversen Umbauten in den vergangenen 31 Jahren wird diese Marke nun verbessert werden. (dpa)

Berlin: Haas - Kessel, Leistner, Puncec (77. Trimmel), Parensen - Daube (77. Skrzybski), Zejnullahu (46. Fürstner) - Brandy, Kreilach, Thiel - Wood. - Trainer: Lewandowski

St. Pauli: Himmelmann - Hornschuh, Sobiech, Ziereis, Buballa - Rzatkowski, Buchtmann - Picault (46. Maier), Sobota (79. Kalla), Dudziak - Thy (86. Verhoek). - Trainer: Lienen

Tore: 0:1 Sobota (22.), 1:1 Zejnullahu (42.), 2:1 Thiel (45.), 2:2 Hornschuh (54.), 2:3 Dudziak (72.), 3:3 Kessel (90.+3) Zuschauer: 22.012 (ausverkauft)

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover); Gelbe Karten: Zejnullahu (2), Kessel (4) - Ziereis (2)