Berlin - Zweimal einen Rückstand ausgeglichen, sogar mit zwei Toren in Führung gelegen und am Ende doch nur mit einem Punkt das Eis verlassen. Der Start in das neue Jahr hätte für die Eisbären durchaus positiver enden können, als mit dieser 4:5-Niederlage nach Shootout. Vor allem aber zu viele Strafminuten brachten den Tabellenführer gegen Aufsteiger Bietigheim um den Sieg.

Während mit Constantin Braun, Daniel Weiß und Brendon Ranford drei ehemalige Berliner genau wussten, wie sich Spiele in der Arena am Ostbahnhof anfühlen, war es für den Großteil der Gäste das erste Spiel an der Wirkungsstätte des achtfachen deutschen Meisters. Weder die ungewohnt große Arena noch die 2000 Zuschauer schienen die Bietigheimer sonderlich zu beeindrucken. Die Gäste gingen gestärkt in das erste Spiel der Vereinsgeschichte in Berlin. Und dann dämpften sie auch noch mit einem tollen Tor die Stimmung der Eisbären-Fans. C. J. Stretch tanzte mit seinem Solo die komplette Eisbären-Abwehr aus und traf mit der Rückhand zum 1:0 für den Aufsteiger (11.). Der ging auch in der Folgezeit forsch zu Werke und hätte die Führung durchaus ausbauen können. Die Eisbären hingegen fielen offensiv nicht wirklich auf, hatten im ersten Drittel keine nennenswerte Chance, aber zumindest mit Tobias Ancicka eine Nummer zwei im Tor stehen, auf die im ersten Spiel des neuen Jahres sofort Verlass war.

Der Eisbären-Keeper rückte auch nach dem Seitenwechsel sofort in den Fokus, hielt den gefährlichen Angriffen der Bietigheimer stand. Man müsse trotz des Rückstands weiter ruhig bleiben, hatte Giovanni Fiore in der Pause am Mikrofon von MagentaSport gesagt. Ein Plan, der aufging. Innerhalb von nicht einmal sieben Minuten drehten die Eisbären im Stile einer Spitzenmannschaft den 0:1-Rückstand in eine 3:1-Führung. Erst traf Mark Zengerle im Zusammenspiel mit Matt White zum Ausgleich (29.), dann spitzelte Leo Pföderl den Puck im eigenen Drittel weg, war auf dem Weg zum 2:1 nicht mehr zu stoppen (34.), und dann war erneut Zengerle zur Stelle (35.).

Doch auch die Bietigheimer verfügten an diesem Nachmittag über ähnliche Qualitäten. Erst verkürzte Braun mit einem tollen Schlagschuss auf 2:3 (46.), Riley Sheen brachte die Gäste mit einem Doppelpack (52./56.) mit 4:3 in Führung. Besonders ärgerlich: Alle Treffer fielen in Unterzahl. Leo Pföderl konnte in der regulären Spielzeit noch einmal ausgleichen. Mehr als ein Punkt war aber nicht drin.