Iserlohn - Die Fallhöhe war gewaltig. Bei einer Niederlage in Iserlohn wären die Eisbären als überlegenes Team des Nordens am Donnerstagabend aus den Play-offs und somit aus dieser Saison ausgeschieden. Aber die Mannschaft von Serge Aubin hat im zweiten Viertelfinalspiel dieser Best-of-Three-Serie die nötige Reaktion nach der Auftaktniederlage (3:4) gezeigt. Bei diesem 6:0 (2:0, 1:0, 3:0) stellte sich bis auf das übliche Anfangsgeplänkel nie wirklich die Frage, wer hier als Sieger vom Eis geht. Und so kommt es nun am Sonnabend zum Entscheidungsspiel in der Berliner Arena (17.30 Uhr, Magentasport).

Noebels, Reichel und Boychuk brillieren

Die Disziplin war „nicht annähernd so, wie sie in den Play-offs sein müsste“, hatte Trainer Serge Aubin nach dem ersten Spiel bemängelt. Und obwohl es körperlich wie in der K.-o.-Runde üblich wieder ziemlich zur Sache ging, vermieden seine Spieler allzu viele Zwangspausen auf der Strafbank.

Entscheidend war aber die Umstellung der Reihen. Seitdem er sich eine Teilruptur des Innenbandes am rechten Knie zugezogen hatte, fehlt Leo Pföderl nicht nur dem gesamten Team mit seiner Torgefahr. Gerade seine Reihenkollegen Lukas Reichel und Marcel Noebels wirkten zuletzt etwas verloren ohne ihren Mitspieler. In diesem so entscheidenden Spiel war davon aber nichts mehr zu spüren. Zusammen mit Doppelpacker Zach Boychuk erzielten sie zehn Scorerpunkte.

Beim Führungstreffer durch Boychuk (9.) war noch etwas Scheibenglück im Spiel, weil der Puck von Ryan O’Connor unhaltbar für Iserlohns Torwart Andreas Jenike abgefälscht wurde. Beim 2:0 durch Ryan McKiernan, das 22 Sekunden vor der ersten Pause fiel, und bei Reichels 3:0 offenbarte Noebels genau die Passqualitäten, die in der ersten Phase der Saison dafür sorgten, dass er einen neuen Scorerrekord bei den Eisbären aufstellte. „Die drei machen ihren Job richtig gut“, lobte Stürmerkollege in der zweiten Drittelpause bei Magentasport.

Und Schluss mit der offensiven Lust war noch lange nicht. Einen Schuss von McKiernan fälschte Boychuk entscheidend zum 4:0 entscheidend ab (46.). Für Iserlohns Torwart Andreas Jenike war dieser Arbeitstag nun beendet. Simon Després und Sebastian Streu durften sich anschließend als weitere Torschützen feiern lassen.

Makelloser Arbeitstag von Mathias Niederberger

Auf der anderen Seite lieferte Mathias Niederberger einen makellosen Arbeitstag ab, indem er jegliche Annäherungsversuche der Iserlohner entschärfte. Er feierte das sechste Spiel ohne Gegentor in dieser Saison. „Wenn du in den Play-offs zu Null spielst, ist ein Lob an die Mannschaft angebrachte“, sagte er.

Was auch viel damit zu tun hatte, dass die Berliner gerade in Unterzahl ganz anders auftraten als am Dienstag. In jeder dieser Situationen spielten Niederbergers Vorderleute derart druckvoll, dass Iserlohn schlichtweg die Zeit fehlte, um sich gefährlich vor dem EHC-Tor zu positionieren.

Womit auch klar sein dürfte, wie der Matchplan für den Sonnabend auszusehen hat. Noch immer besteht die Gefahr, dass die Saison früh endet. Auch wenn dieser Eindruck an diesem Donnerstag stark in den Hintergrund rückte.