Ein wenig ins Wackeln geriet der zweite Sieg doch noch mal. Ein paar vergebene Würfe und ein paar Unkonzentriertheiten in der Verteidigung hatten die mitgereisten Fans von Alba Berlin in München noch einmal zittern lassen. Am Ende aber sahen sie einen verdienten 71:58-Sieg ihrer Mannschaft gegen den FC Bayern, bei dem Alba nie in Rückstand lag und nun dank einer 2:0-Führung in der Finalserie bereits am Freitag in Berlin die Meisterschaft gewinnen kann.

Bayern München muss auf Vladimir Lucic verzichten

Aber: Als wäre der „Tritt in den Hintern“, von dem Andrea Trinchieri nach der Niederlage in Spiel eins gesprochen hatte, nicht schon genug gewesen, musste der Münchener Trainer vor dem Duell gegen Alba Berlin einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Leistungsträger und Kapitän Vladimir Lucic waren die Bayern gezwungen, „neue Lösungen zu finden“, wie Trinchieri es vor der Partie am Mikrofon von MagentaSport formulierte. Unabhängig von der veränderten personellen Situation des Gegners hatte Albas Maodo Lo wütende Münchener erwartet und sich gewohnt respektvoll gegenüber seinem ehemaligen Verein geäußert.

Im Bewusstsein der eigenen Stärken aber traten Lo und seine Teamkollegen mit Beginn des zweiten Finalspiels fokussiert auf. An der Stätte, wo sie in den vergangenen zwei Jahren jeweils die deutsche Meisterschaft gewonnen hatten, machten sie mit dem ersten Angriff deutlich, dass an diesem Abend einen großen Schritt auf dem Weg zum dritten Titel in Folge gehen wollten. Anders als in Spiel eins, wo stark auf Distanzwürfe gesetzt wurde, probierten es die Berliner offensiv mit einer Mischung aus Dreiern und Attackieren des Korbes. Als fast noch wichtiger aber stellte sich auch diesmal die Arbeit beim Offensivrebound heraus, durch welche die Berliner über die ersten zehn Minuten stets eine knappe Führung behaupteten und nicht einmal in Rückstand gerieten.

Da einem Rebound aber auch immer eine vergebene Wurfchance vorausgeht und nicht jede zweite Chance zum Punkten genutzt wurde, ging es lediglich mit einem 18:16-Vorsprung in die erste Viertelpause. In einer intensiv geführten Partie aber sah es auch im zweiten Abschnitt auf beiden Seiten offensiv nicht so flüssig aus. Ballverluste hüben wie drüben und sinkende Wurfquoten sorgten punktetechnisch für kaum Veränderung auf der Anzeigetafel.

Oscar da Silva belebt die Offensive von Alba Berlin

Mit der Tiefe der kompletten Mannschaft und der Einwechslung von Oscar da Silva waren es die Berliner, die zuerst Kapital aus den Fehlern des Gegners schlagen konnten. Mit seinen sechs Punkten hatte der Center einen großen Anteil daran, dass sich Alba in der 16. Minute mit dem 29:19 erstmals einen zweistelligen Vorsprung herausspielen und einer 38:26-Führung in die Halbzeit gehen konnte.

Doch selbst diese etwas längere Unterbrechung sollte am Spielverlauf nach dem Seitenwechsel erst einmal nicht viel ändern. Alba Berlin dominierte weiterhin im Rebound, traf hochprozentiger und konnte den Vorsprung zwischenzeitlich sogar auf 18 Punkte (51:33) vergrößern. Im letzten Abschnitt agierten beide Mannschaften in der Offensive zu fehlerhaft, weshalb Alba Berlin zwar lange im zweistelligen Bereich in Führung blieb, es allerdings verpasste, das Spiel schon früher zu entscheiden.