Per Skjelbred, die elegante Grätsche ist sein Markenzeichen. Nach sieben Jahren verlässt der Norweger Hertha BSC. 
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BerlinDirekt nach Herthas Vormittagseinheit eilt Per Skjelbred, 33, in Trainingskleidung mit ärmellosen T-Shirt zur Video-Konferenz. Große Eitelkeiten kennt der Norweger nicht. Es ist sein letzter Auftritt vor den Berliner Journalisten. Der blau-weiße Kämpfer geht nach sieben Jahren zurück in seine Heimat zu seinem Klub Rosenborg Trondheim. Eine eindrucksvolle Ära geht zu Ende. Doch nicht so ganz nach Skjelbreds Wunsch.

Der Blondschopf, der sonst immer der personifizierte Optimist ist, wirkt ein bisschen wehmütig und traurig, als er sagt: „Ich wollte eigentlich mein letztes Hertha-Spiel über 90 Minuten machen, am liebsten vor den Fans.“

"Vielleicht klappt es mit einer halben Stunde!"

Corona ist schuld, dass der Liebling der Herthaner sich nicht bei den Anhängern verabschieden kann. Eine Wadenverletzung macht es unmöglich, dass er beim Saisonfinale in Mönchengladbach in der Startelf steht. „Ich versuche alles, damit ich zumindest eine halbe Stunde spielen kann“, sagt der Fußballarbeiter, der gerade wegen seiner Teamplayer-Tugenden von allen geliebt wird.

Es war ein lange geplanter Abschied von seiner Hertha. „Vergangenen Sommer war es klar, dass ich zurück nach Norwegen gehe. Meine Familie wohnt dort ja schon seit einem Jahr wieder. Ich habe mir damals vorgenommen, jede einzelne Minute, jedes Training, jedes Spiel bei Hertha zu genießen. Es war am Ende eine turbulente Saison mit vielen Trainerwechseln und dann kam da noch Corona dazu.“

Für den kommunikativen Skjelbred waren die  Kontaktbeschränkungen wegen der Pandemie nicht leicht zu ertragen. „Ich war alleine zuhause und hab die Jungs dann nur beim Training gesehen. Aber so ging es ja allen in dieser Zeit“, sagt der defensive Mittelfeldspieler.

Skjelbred ist ein Profi, der über den Tellerrand hinausschaut und sich gerne über andere Themen unterhält. „Gerade das mag ich ja an Berlin, du kannst dich in ein Cafe setzen und dich mit Menschen unterhalten.“

Zehn Tage Quarantäne in Norwegen

Er wird seine Wahlheimat an der Spree vermissen. Nächstes Wochenende nach dem Spiel in Mönchengladbach ist Abpfiff und gleich wieder Anpfiff für das Energiebündel. „Die Liga in Norwegen läuft ja schon wieder. Ich muss nach meiner Einreise zehn Tage in Quarantäne. Das ist mein Urlaub. Danach spiele ich sofort wieder für Trondheim“, erklärt er.

Im Winterurlaub will er nach Berlin zurück und sich von den Fans richtig verabschieden. Aber nicht nur das. Der Sozialminister der blau-weißen Kabine kündigt schon mal an: „Ich werde dann kontrollieren, ob alles mit der Mannschaft in Ordnung ist.“