Stegersbach - Ein bisschen halbherzig trainiert er, in den Testspielen kommt er seit einer Woche nicht mehr zum Einsatz, weil Hertha nicht das Risiko einer Verletzung eingehen will. Raffaels Beine sind derzeit die wertvollsten, die der Verein besitzt. „Er hat konkrete Angebote“, sagt Trainer Jos Luhukay als Begründung für die Nichtberücksichtung, „das ist bei Adrián Ramos anders, deshalb kommt der noch zum Einsatz.“ Für den ebenfalls wechselwilligen Kolumbianer liegen derzeit keine zuverlässigen Angebote vor.

Raffaels Wechsel scheint sicher zu sein, ist aber immer noch nicht offiziell bestätigt oder verkündet worden. Wohin die Reise geht, deutete Raffael gestern zumindest an. Nach dem Vormittagstraining sagte er: „Ich hatte gute und schlechte Zeiten in Berlin. Berlin war und ist gut für mich und meine Familie.“ Angst vor einer Veränderung, einem Wechsel in ein anderes Land habe er nicht.

Neun Millionen Euro

Ob er denn wisse, dass bei Dynamo Kiew – dem Klub, der rund neun Millionen Euro Ablöse für ihn bietet, schon mehrere Brasilianer spielen? „Ja, das weiß ich“, sagte Raffael und grinste. Aber er kenne sie nicht persönlich. Es sei aber für ihn gut, wenn Landsleute bei Dynamo spielten. In Kiew selbst war Herthas Spielmacher noch nicht, „aber einmal in der Ukraine“, erinnert er sich. 2008 spielte die Mannschaft in der Europa League bei Metalist Charkow (0:0).

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Dynamo Kiew spielt in der Qualifikation zur Champions League Ende Juli/Anfang August gegen Feyenoord Rotterdam. Da schon dabei zu sein, wäre schön, deutete Raffael an. Dass die Meisterschaft in der Ukraine schon zwei Spieltage alt ist, war Raffael allerdings nicht bekannt.

Wenn der Transfer über die Bühne geht, könnte dieser der bislang lukrativste in der Geschichte von Hertha werden. Bislang war der Verkauf von Sebastian Deisler an den FC Bayern München im Jahr 2002 das beste Geschäft für Hertha BSC. Bayern überwies seinerzeit rund 9,2 Millionen Euro an Ablöse in die Hauptstadt. Der Transfer von Mittelfeldspieler Kevin-Prince Boateng (heute AC Mailand) zu Tottenham Hotspur in die Premier League spülte 2007 rund 7,9 Millionen Euro in die Berliner Kasse.

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