In den 80er-Jahren hatten patriotische Gefühlslagen keine Konjunktur. Im linksliberalen Milieu verständigte man sich in emotionaler Zurückhaltung auf den Begriff des Verfassungspatriotismus, der ursprünglich von Dolf Sternberger geprägt worden war und in der anschließenden Debatte von Jürgen Habermas bis zu Richard von Weizsäcker neu formuliert wurde. Die Ausdrucksformen einer aggressiven Staatsfeindschaft, die auf Seiten der Linken zweifellos das Lebensgefühl beeinflussten, waren allerdings im Abklingen. Das Bedürfnis nach nationaler Identifikation wurde eher durch Formen der ironischen Annäherung befriedigt. Herrschaftsfantasien, denen sich etwas später Rio Reiser als „König von Deutschland“ hingab, kamen aus dem Reich der Imagination.

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