Berlin - Die Gegner einer möglichen Olympia-Bewerbung Berlins für die Sommerspiele 2024 oder 2028 haben erstmals in der Hauptstadt für Aufmerksamkeit gesorgt.

«Wir wollten deutlich machen, was man mit 50 Millionen Euro, die eine Bewerbung kosten würde, in Berlin alles bewegen könnte», erklärte Gabi Hiller, Abgeordnete der Partei Die Linke der Nachrichtenagentur dpa.

Das vor wenigen Wochen formierte Bündnis «NOlympia» hatte die Bürger Berlins dazu aufgefordert, Beispiele für dringenden Finanzbedarf zu benennen. Als Vorschläge wurden die überfällige Sanierung von Bädern, das Anlegen von Radwegen und auch sozial verträgliche Bäderpreise genannt.

Bei ihrer Aktion vor dem Roten Rathaus fuhren als IOC-Mitglieder verkleidete Olympia-Gegner mit Schlips und Kragen sowie schwarzen Sonnenbrillen in einem Wagen vor und legten den Berliner Bär mit olympischen Ringen in Ketten. «Wir wollten zeigen, wer eigentlich an Olympia verdient», erklärte Judith Demba von den Naturfreunden Berlin der dpa. Sie hatte schon vor gut 20 Jahren die Bewerbung der Hauptstadt um die Spiele 2000 vehement bekämpft.

Demba verwies auf ein Transparent, mit dem in den olympischen Ringen die Logos von Großsponsoren verdeutlicht wurden. «Wir wollen dafür sorgen, dass Berlin das viele Geld für wichtigere Dinge ausgibt», sagte Demba. «Wir wissen, dass viele Berliner der Bewerbung kritisch gegenüberstehen, aus welchen Gründen auch immer. Und dies wollen wir in die Öffentlichkeit bringen», sagte Demba. (dpa)