Kairo - Die ersten Risse in der WM-Blase versetzten die deutsche Mannschaft in höchste Alarmbereitschaft. Das Frühstück nahmen Kapitän Uwe Gensheimer und Co. am Freitagmorgen isoliert auf ihren Zimmern im Teamhotel zu sich. Die Corona-Gefahr, vor der tagelang gewarnt wurde, ist durch vier neue positiv getestete Spieler beim zweiten Vorrundengegner Kap Verde plötzlich ganz real.

„Wir haben in der Tat mit der IHF gesprochen, damit sie uns sagen, wie sie mit dem Fall Kap Verde umgehen wollen“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning am Freitag im ZDF-Morgenmagazin. Mehr könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Ob das Spiel gegen das afrikanische Team wie geplant am Sonntag (18.00 Uhr/ARD) stattfinden kann, ist ungewiss. Aufschluss über das Ausmaß des Ausbruchs sollen weitere Tests geben.

Bereits vor der Anreise nach Ägypten hatte es beim Team Kap Verdes etliche Corona-Fälle gegeben. Cheftrainer Jose Tomas reiste Medienberichten zufolge wie ein halbes Dutzend an Corona erkrankter Spieler erst gar nicht mit an den Nil. Wegen der positiven Befunde hatten die DHB-Verantwortlichen erwirkt, dass die Delegation des Inselstaats zunächst in einem Quarantäne-Hotel isoliert und erst einmal nicht im Teamquartier der deutschen Mannschaft untergebracht wird.

Zahlreiche neue Corona-Fälle

„Das Risiko ist nicht hier drin, sondern kommt von draußen hier rein“, sagte Hanning nun über die seit Tagen heiß diskutierte Sicherheit in der WM-Bubble. Das deutsche Team fühle sich aber sicher. „Wir sind guter Dinge, dass uns hier nichts passiert“, so Hanning.

Die Fälle bei Kap Verde sind nicht die einzigen neuen Corona-Fälle, über die der Weltverband IHF am späten Donnerstagabend auf seiner Internetseite informierte. Zwei slowenische und ein brasilianischer Spieler, ein portugiesischer Journalist und eine aus den USA angereiste Person wurden positiv getestet. Alle haben sich laut IHF umgehend in Isolation begeben.

USA und Tschechien mussten zurückziehen

Die USA und Tschechien hatten ihre Teams wegen einer Flut von Corona-Fällen bereits unmittelbar vor dem Turnier zurückgezogen. Dafür rückten die Schweiz und Nordmazedonien kurzfristig ins Teilnehmerfeld. Sollte es zum Ausschluss weiterer Teams kommen, wären die Niederlande nächster Nachrücker gemäß IHF-Liste.

In dem Wirbel um die neuen Fälle ging das sportliche Märchen der Schweizer Handballer um ihren überragenden Bundesliga-Star Andy Schmid (7 Tore) beinahe unter. Nachdem sie erst am späten Dienstagabend von ihrer ersten Turnier-Teilnahme seit 26 Jahren erfahren hatten, ging es am Donnerstag vom Flieger direkt in die Halle in Kairo – wo ein 28:25-Erfolg gegen Österreich gelang.