Und? Fit? Die Alba-Basketballer Luke Sikma und Marcus Eriksson.
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Berlin-MitteNach knapp sieben Minuten des ersten Viertels am Dienstagabend in Bonn wurde Marcus Eriksson durch Peyton Siva ersetzt. Ein noch vor wenigen Tagen Verletzter ging, ein anderer Rekonvaleszent kam. Die Personalsituation verbessert sich, und doch lässt sich Alba Berlin im Herbst 2019 noch immer mit einem Lazarett vergleichen. Johannes Thiemann, Stefan Peno, Tim Schneider und Tyler Cavanaugh fallen weiter verletzt aus. Auch Ergänzungsspieler Malte Delow, der in dieser Saison bereits Einsatzzeiten in der Bundesliga, im Pokal und in der Euroleague erhielt, fehlt verletzungsbedingt. Dennoch konnte Alba die wichtigen Bundesliga-Spiele gegen Oldenburg und nun in Bonn gewinnen und damit in der Tabelle den Anschluss an die Spitze halten.

Am Mittwoch ging es für den gesamten Tross wieder nach Berlin, bereits an diesem Donnerstagabend (20 Uhr) empfängt das Team von Trainer Aíto García Reneses mit Zalgiris Kaunas den nächsten Gegner in der Euroleague. Auch Siva wird dann wieder auf dem Spielfeld stehen. Wunderdinge sind von ihm weiterhin nicht zu erwarten. Dass der Aufbauspieler in Bonn bei 13 Minuten Einsatzzeit ohne Punkt blieb und sogar an der Freiwurflinie beide Versuche vergab, kann man ihm nicht zum Vorwurf machen. Schließlich – und das ist das größte Problem, dem Alba Berlin derzeit unterliegt – bleibt durch viele Reisen und einen eng getakteten Spielplan keine Zeit für den Formaufbau zwischen den Partien. „Wir müssen eigentlich mehr trainieren, aber das ist im Moment nicht möglich“, sagt Coach Reneses.

Gerade für Werfer wie Marcus Eriksson ist es wichtig, dass sie ihren Rhythmus finden.

Aito Garcia Reneses

Auch muss jeder vormals angeschlagene Spieler schnell wieder auflaufen, auch wenn er sonst noch Zeit zum Pausieren bekommen hätte. Was bei einem Center nicht so sehr ins Gewicht fallen mag, ist bei den sensibleren Spielern im Aufbau oder auf dem Flügel gravierender. „Gerade für Werfer wie Marcus Eriksson ist es wichtig, dass sie ihren Rhythmus finden. Er muss sich auf dem Feld wohlfühlen und das tut er, wenn viel und gut spielt“, sagt Reneses. So sind Spiele, die mit einer deutlichen, sich früh abzeichnenden Niederlage enden, hilfreich. „Wenn wir keine großen Chancen auf den Sieg haben, können wir den Spielern von der Bank mehr Einsatzzeit geben. Andere Spieler wie Martin Hermannsson oder Rokas Giedraitis bekommen dadurch wichtige Pausen.“

Peyton Siva ersetzt Marcus Eriksson

Eriksson war in Bonn mit 24 Punkten Albas Topscorer und wirkte so wie vor seinem Muskelfaserriss. Es bauchte aber auch zuvor vier Spiele, in denen der Schwede seinen Rhythmus und sein gutes Gefühl finden musste. Peyton Siva hat am Dienstagabend den ersten Schritt in seinem Formaufbau getan. Da auch zwischen Bonn und Kaunas wieder einmal die Rückreise nach Berlin und Regeneration im Fokus standen, blieb für ein ausgiebiges Training keine Zeit. Albas bestes Training ist derzeit das Spiel. Besonders knifflig ist es, wenn man gerade die Spiele in der Bundesliga auch noch gewinnen muss, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.