Berlin - Es mag plausibel klingen, dass in einem Spiel wie Basketball die spielerischen Anlagen entscheiden. Dass dies aber nicht zwingend so sein muss, haben jetzt die Spieler von Alba Berlin erfahren. Am Sonnabend haben sie die Skyliners aus Frankfurt 70:66 (37:27, 63:63) nach Verlängerung bezwungen. Nicht etwa, weil sie den Ball hübsch haben laufen lassen oder weil sie gefälliger kombinierten. Nein, sagte Center Yassin Idbihi, „wir haben in der Verteidigung dagegen gehalten“.

Manchmal ist Verbissenheit eben mehr wert als Verspieltheit. Vor allem bei Gegnern wie den Skyliners. Die haben unter Trainer Muli Katzurin eine gewisse Hartnäckigkeit zum Stilmittel erhoben. Zunächst kamen die Berliner damit zurecht. Zwar verwandelten sie in der ersten Hälfte nur rund die Hälfte ihrer Würfe aus dem Feld. Dafür hielten sie auch den Gegner bei 38 Prozent. „Ich habe meinen Jungs in der Halbzeitpause gesagt, dass es nur zehn Punkte Rückstand sind. Dass noch alles drin ist“, so Katzurin später. Seine Worte spornten an.

"Den Ball zu oft verloren“

Nach dem Seitenwechsel hielt Frankfurt die Intensität hoch. „Sie haben das Tempo gut kontrolliert“, sagte Berlins Coach Gordon Herbert. Die Frankfurter zwangen Alba zu Fehlern. „Wir haben den Ball zu oft verloren“, stellte Herbert fest. 17 Ballverluste wies die Statistik aus.

Noch ein Phänomen offenbarte das Zahlenwerk: In den ersten beiden Vierteln hatten die Schiedsrichter den Skyliners 15 Fouls angelastet, im dritten Durchgang kamen nur noch zwei hinzu, Insgesamt waren es 22. Dabei hatte sich an der Härte ihres Spiels wenig geändert, wie Marco Baldi konstatierte. „Die Schiedsrichter haben ihre Linie verloren“, sagte Albas Geschäftsführer: „Offenbar gibt es den Wunsch, dass die Foulstatistik am Ende ausgeglichen ist.“ Nicht zum ersten Mal habe er das in der Bundesliga beobachten können. Von einer Schiedsrichterschelte sah Baldi dann aber ab.

Anders die Frankfurter. Sie fühlten sich von den Unparteiischen betrogen, weil diese ihnen in der 43. Minute beim Stand von 66:68 zwei Freiwürfe verweigert hatten. Die 24 Sekunden Angriffszeit seien abgelaufen gewesen, urteilten Benjamin Barth, Toni Rodriguez und Jürgen Unger nach kurzer Unterredung.

Frankfurt legte deshalb Protest ein. So ein Spiel wie Basketball ist manchmal alles andere als eine spielerische Angelegenheit. (cs.)