Sichere Hand: Marcus Eriksson nimmt des Gegners Korb ins Visier. 
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BerlinGut anderthalb Stunden vor Spielbeginn bevölkerten ein paar in Grün gekleidete Menschen den Platz vor der Arena am Ostbahnhof. Minütlich wurden es mehr, die von ihnen Bilder vor dem großem Weihnachtsbaum oder vor der Halle machten oder bereits die ersten litauischen Fangesänge anstimmten.

Um die 1000 Fans dürften es am Donnerstagabend gewesen sein, die sich in so ziemlich jedem Block platzierten und für eine Atmosphäre sorgten, die durchaus etwas von einem Auswärtsspiel hatte. Unbeeindruckt davon setzte sich Alba Berlin gegen Zalgiris Kaunas mit 69:62 durch.

Aussicht auf eine A-Lizenz

Im elften Euroleague-Spiel der laufenden Saison holte Alba Berlin damit den vierten Sieg. Unabhängig von diesem Ergebnis hatte sich Jordi Bertaumeu bereits eine Stunde vor Spielbeginn äußerst positiv über die Berliner geäußert. Und nicht nur das: Er stellte Alba sogar perspektivisch eine A-Lizenz in Aussicht. Noch nicht in der kommenden Saison, aber für die nahe Zukunft. „Alba Berlin ist auf der Liste möglicher Kandidaten sehr weit oben“, sagte der Euroleague-CEO am Rande des Hauptrundenspiels der Berliner gegen Zalgiris Kaunas, „beide Seiten müssen dafür aber auch noch ein paar Aufgaben erledigen.“

Genaue Details, welche Aufgaben das für die Berliner sind, wollte Bertaumeu allerdings nicht nennen. Die erneut 10.121 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof waren aber wieder einmal ein überzeugendes Argument für den Standort Berlin. Aber auch sportlich zeigten die Berliner, dass sie trotz des derzeit dezimierten Kaders in der europäischen Spitzenklasse mithalten können.

Alba ließ sich von der Kulisse nicht beeindrucken, Martin Hermannsson erzielte schnell sechs Punkte, Landry Nnoko erhöhte mit seinen ersten Zählern auf 10:5. Und da Kaunas in den ersten zehn Minuten von neun Dreierversuchen keinen traf, konnten sich die Gastgeber zwischenzeitlich die erste zweistellige Führung des Spiels (15:5) erarbeiten.

Niels Giffey drückte dem Spiel seinen Stempel auf

Der Knoten von der Dreierlinie sollte bei den Litauern erst im elften Versuch platzen, Stück für Stück arbeitete sich Kaunas in einem intensiv geführten Spiel heran. Dennoch gingen die Berliner mit einer 32:26-Führung in die Kabine.

Davon war fünf Minuten nach dem Seitenwechsel allerdings nichts mehr übrig. Mit einem 14:2-Lauf hatte Kaunas das Spiel gedreht und die Betriebstemperatur der eigenen Fans noch einmal nach oben geschraubt. Doch die Gastgeber hielten dagegen und gingen mit einer knappen 47:46-Führung in die letzten zehn Minuten.

Dort war es vor allem Niels Giffey, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Mit zwei Dreiern war der Alba-Kapitän maßgeblich daran beteiligt, dass sein Team fünf Minuten vor dem Ende mit 58:50 in Führung lag. Für die Entscheidung aber sorgte ausgerechnet ein Litauer: 131 Sekunden vor Abpfiff machte Rokas Giedraitis mit einem Dreier zum 67:56 den Deckel drauf.