Berlin - Einen besseren Zeitpunkt hätte sich Marcus Eriksson nicht aussuchen können. Alle Würfe hatte der Schwede in den ersten drei Vierteln daneben gesetzt. Es zeichnet einen Dreierspezialisten wie ihn aus, dass er sich davon nicht beirren lässt. Mit zwei Dreiern und einem Zweier hatte er in der Schlussphase großen Anteil daran, dass Alba Berlin sich entscheidend absetzen konnte. Durch den 80:72-Sieg gehen die Berliner mit einer 2:1-Führung in die nächste Halbfinal-Partie der Meisterschafts-Playoffs am Sonnabend (20.30 Uhr) in Ulm.

Alba Berlin startet krachend mit Ben Lammers

Immer dann, wenn Alba Berlin in diesen Playoffs mit einem Dunking in ein Spiel gestartet war, wirkte das wie ein bisschen Extra-Motivation. Bevorzugt ging diese Aktion bislang über Simone Fontecchio, aber auch gerne mal über Ben Lammers. Am Dienstag ließ es der US-Amerikaner gleich im ersten Angriff krachen und brachte damit 1000 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof jubeln, am Donnerstagabend stopfte Lammers den Ball ebenfalls gleich zu Beginn in den Korb der Ulmer und ließ deren sechs tapfere Trommler in der Halle kurz mal deren Rhythmus verlieren. Dem eigenen Rhythmus aber half diese erste Aktion des Spiels erst einmal nicht so wirklich. Wieder einmal wollten die Dreipunktewürfe nicht fallen – die ersten fünf gingen daneben. Erst im sechsten Anlauf traf Maodo Lo für die Berliner aus der Distanz.

Es war einer von wenigen freien Würfen, die Ulm zuließ. Vor allem das schnelle Berliner Spiel konnten die Gastgeber sehr gut unterbinden. Weil sie mit vielen Offensivrebounds ihre Fehlwürfe ausmerzten und sich im zweiten oder manchmal sogar im dritten Anlauf die Punkte erarbeiteten. Landete denn doch mal ein Rebound in den Händen der Berliner oder verzeichneten die einen Ballgewinn, musste fast immer der Fastbreak abgebrochen werden, weil die Ulmer schnell unter dem eigenen Korb Position bezogen hatten. Und so lief Alba Berlin nach der anfänglichen 2:0-Führung permanent einem Rückstand hinterher. Ein Lichtblick im zähen Spiel des deutschen Meisters war die Einwechslung von Peyton Siva nach etwas mehr als sieben Minuten. Während Luke Sikma, Johannes Thiemann, Louis Olinde und Jonas Mattisseck weiterhin verletzt zuschauen mussten, konnte zumindest der Point Guard nach seiner Pause am Dienstag wieder mitwirken.

Maodo Lo und Christ Koumadje führen Alba heran

Für die Punkte auf der Anzeigetafel aber sorgten andere Spieler. Maodo Lo und Christ Koumadje stachen nach 15 Minuten ganz besonders hervor, hatten zusammen die Hälfte der 30 Berliner Punkte zu diesem Zeitpunkt erzielt. Der Spielstand war mittlerweile – genau wie die Partie – ausgeglichen. Auch wenn das Reboundduell weiterhin deutlich an die Ulmer ging, wechselte zumindest die Führung fast von Angriff zu Angriff. Zur Pause hatten die Berliner die Nase knapp mit 39:37 vorn.

Doch auch nach dem Seitenwechsel blieb das dritte Duell dieser beiden Mannschaften eine knappe Angelegenheit. Ein Fehlwurf hier, ein Ballverlust da – mal als Folge guter Verteidigung, mal aber auch einfach fehlende Frische, in einer Serie, die am Sonntag in Berlin begann und am Donnerstag ihr drittes Spiel in fünf Tagen erlebte. Zehn Minuten vor dem Ende also war die Partie beim Stand von 53:53 so offen wie beim Sprungball zum Start um kurz nach 20.30 Uhr. Da aber Marcus Eriksson am Ende doch noch seinen Wurf fand und Maodo Lo offensiv aufdrehte, holte sich Alba Berlin den Sieg in der Best-of-Five-Serie.