Alba Berlin: Center Clint Chapman führt sich ordentlich bei den Basketballern ein

Englisch ist bekanntlich die Sprache des Basketballs, und in dieser Sprache gibt es eine Umschreibung für Einsatzbereitschaft: Rebounds. Abpraller vom Brett einsammeln, könnte man etwas holprig diese Disziplin auf deutsch nennen, in der Clint Chapman sich gut bei Alba Berlin eingeführt hat. Vier Rebounds sammelte der 2,08 Meter große Center bei der 70:97-Niederlage in Saragossa ein. Der 29-Jährige hatte erst Ende der vergangenen Woche beim Berliner Bundesligisten einen Vertrag für zwei Monate unterschrieben, am Sonntagabend nun gab er sein Debüt im dunkelblauen Trikot.

Insgesamt 13:34 Minuten ließ Albas Trainer Aito Garcia Reneses den US-Amerikaner spielen. Der bedankte sich unter anderem mit fünf Punkten, bewegte sich mit einer Effizienz im Mittelfeld des Teams, bei dem lediglich Dennis Clifford wegen seiner Verletzung passen musste. Er wurde von Chapman fürs Erste anständig vertreten.

Auf den langen Positionen nutzte derweil Johannes Thiemann in dem Test seine Chance, erzielte 15 Punkte und holte fünf Rebounds. Der zuletzt angeschlagene Spielmacher Joshiko Saibou absolvierte 10:12 Minuten in Saragossa, auch das konnte Coach Reneses als positiv verbuchen.

Ansonsten musste der 71-jährige Spanier einige Probleme in der Defensive feststellen, insbesondere in der ersten Hälfte dieser anspruchsvollen Partie. Die Fehlerquote war hoch, was angesichts einer schwierigen Vorbereitung bei den Berlinern mit Verletzten und abgestellten Nationalspielern nicht verwundern mochte.

Am Sonnabend gegen Jena

Chapman deutete unterdessen an, dass er die Rolle des Zeitarbeiters  gut ausfüllen kann, dass er bereits am Sonnabend beim Start in die Bundesliga gegen Jena (Arena am Ostbahnhof, 18 Uhr) ein etwas größerer Faktor sein könnte. Zumal an diesem Dienstag ein noch härterer Test für die Berliner ansteht, dann beim Europaligisten Baskonia Vitoria.

„Ähnlich wie Dennis“, sagt Albas Sportdirektor Himar Ojeda, „ist er für einen großen Mann sehr mobil. Daher glauben wir, dass er schnell seinen Platz im System von Coach Aito finden wird.“ Clint Chapman kommt zugute, dass er nicht  aus dem Stand bei Alba eingreift. Der US-Amerikaner aus Medford/Oregon hat sich beim Euroleague-Team von Olympiakos Piräus fit gehalten und in einem Trainingscamp erfreulich eingeführt.  Gegen Unicaja Malaga erzielte er 17 Punkte und  brachte dabei als dynamischer und wurfstarker Center vier von sechs Dreiern im gegnerischen Korb unter. Chapman war also nicht ganz unbeteiligt am 94:77-Erfolg der Griechen gegen die Spanier.

Unter den Blicken von David Blatt

Nach dem Trainingslager von Olympiakos orientiert sich Chapman nun neu, versucht, über sein Engagement bei Alba im Eurocup und in der Bundesliga auf sich aufmerksam zu machen, sich in Europa ins Gespräch zu bringen. In der vergangenen Saison spielte er noch in Japan für die Hiroshima Dragonflies, erzielte im Schnitt 15,8 Punkte, kam auf 8,6 Rebounds und 1,6 Blocks. Seine Erfahrungen im Profigeschäft sind eher bescheiden; Chapman war in der Schweiz bei Fribourg Olympic und in die zweiten türkischen Liga bei Vestelspor Manisa  aktiv. 

Große Namen scheinen den Center aber nicht zu beeindrucken, bei Olympiakos fühlte er sich an der Seite des prominenten Spielmachers Vassilis Spanoulis und unter den kritischen Blicken des renommierten Trainers David Blatt keineswegs unwohl. Und auch bei Alba findet er sich offenbar schon ganz gut zurecht.