Alba Berlin: Die Basketballer besiegen Crailsheim und treffen im Pokal auf die Bayern

Mit Applaus wurde Henrik Rödl von den Alba-Fans in der Halbzeitpause des Bundesliga-Spiels gegen Crailsheim begrüßt. Als Glücksfee im BBL-Pokal sollte der ehemalige Alba-Profi und -Trainer fungieren, im Idealfall ein Heimspiel ziehen, zumindest aber kein Duell mit dem FC Bayern München zulosen. Nach sechs Griffen war bereits klar, dass der erste Fall nicht eintreten würde. Und als dann mit dem siebten Los auch noch die Münchner als Gastgeber gezogen wurden, gab es sogar Pfiffe für den Mann, dessen Trikot nur wenige Meter entfernt unter der Decke der Arena am Ostbahnhof hängt. Ein Viertelfinale gegen den FC Bayern. In München. Das Endspiel des Vorjahres wird es nun schon zwei Runden früher geben.

Entscheidung im ersten Viertel

"Wir Akzeptieren das", sagte Albas Trainer Aito Garcia Reneses. "Wir fahren da hin und versuchen, gut zu spielen." Der Spanier ist Pragmatiker. Auf Reneses wirkte der Schock des Pokalloses offensichtlich nicht so sehr wie zunächst auf die Fans und deren Stimmung. Und nicht einmal das Spiel gegen die Crailsheim Merlins, das die Gastgeber am Ende mit 115:76 gewinnen sollten, konnte nach Beginn der zweiten Hälfte fürs Erste ablenken.

Denn: Die Partie war im Grunde nach dem ersten Viertel entschieden (33:15). Hohes Tempo, hohe Trefferquote (65 Prozent), klare Überlegenheit im Rebound (10:4) – nur zwei Tage nach der Niederlage im EuroCup in Zagreb, der ersten der laufenden Saison, hatte Alba Berlin mit dem Aufsteiger keine Probleme.

Tempo dosieren

„Wir hatten ein wirklich schlechtes Spiel in Zagreb“, sagte Albas Spielmacher Peyton Siva nach dem zweiten Sieg im zweiten Bundesligaspiel und der Tabellenführung. „Aber der Coach hat uns anhand des Videos vom Spiel die Fehler aufgezeigt, und wird sind diesmal mit viel Energie rausgekommen.“ In der Tat musste Trainer Reneses bis zum Schlusspfiff lediglich die richtige Dosierung des Tempos und der Intensität vorgeben, um einen ungefährdeten Sieg über die Zeit zu bringen.

Und doch war da eine Szene, über die nach dem Spiel auch noch diskutiert wurde. Franz Wagner hatte einen Fastbreak mit einem Dunking abgeschlossen, die Uhr allerdings bei 3:21 Minuten im zweiten Viertel gestoppt. Denn, und das wurde im Videobeweis genau überprüft, der Ball sprang oben aus dem Ring. Die Auflösung für die Zuschauer folgte sofort: Damit ein Wurf im Basketball zählt, muss er den Korb auch nach unten wieder verlassen, also durch das Netz rutschen und nicht nur den Ring durchqueren.

Der Dunking, der keiner war, und der ungefährdete Sieg standen allerdings im Schatten des Loses, welches in der Halbzeitpause gezogen wurde und das FC Bayern München heißt.

BBL-Pokal, Viertelfinale

Bayern München - Alba Berlin

Göttingen - Bamberg

Jena - Bonn

Frankfurt - Braunschweig

Die Viertelfinalspiele finden am 22./23. Dezember statt