Berlin - Das musste doch jetzt einfach reichen. Mehrfach hatte Alba Berlin vermeintlich klar geführt, immer wieder aber kamen die Hamburg Towers heran. Bei noch gut zwei Minuten Spielzeit musste ein 89:73 doch aber den zweiten Sieg im zweiten Playoff-Spiel bedeuten. Und doch musste der Titelverteidiger gegen den Playoff-Neuling bis zum Ende kämpfen, weil der sich, anders als noch in Spiel eins, nie aufgab. Das 95:83 nach 40 Minuten klang deutlich, war für die Berliner ein härteres Stück Arbeit als noch zum Serien-Auftakt.

Hamburg und Alba in veränderter Trikotfarbe

Dass die Hamburger die zweite Partie lange hatten offen halten können, wird wohl weniger an der veränderten Trikotfarbe, sondern viel mehr am Ergebnis des ersten Playoff-Spiels gelegen haben. Das hatten die Towers in ihren dunkelblauen Auswärtstrikots zwei Tage zuvor in der Arena am Ostbahnhof deutlich verloren.  Der Ort des zweiten Aufeinandertreffens war am Samstagabend derselbe, in dunkelblau hingegen waren die Berliner aufs Feld gelaufen. In ihrer Heimkleidung weiß arbeiteten sich die Gäste aus der Hansestadt vor allem über viele Emotionen auf und durch lautstarke Unterstützung abseits des Parketts in das zweite Spiel. Emotionen, das hatten die Berliner bereits bei ihrem Auftaktsieg gezeigt, braucht es in diesem Duell zweier Teams mit ähnlicher Spielphilosophie, um als Sieger aus dieser Playoff-Serie hervorzugehen.

Natürlich aber auch die notwendige Qualität der Spieler. Da hatten beide Mannschaften Veränderungen im Vergleich zur ersten Partie vornehmen müssen. Louis Olinde war nach seiner Muskelverletzung im linken Oberschenkel auf Seiten der Berliner zum Zuschauen gezwungen und gesellte sich zu Luke Sikma und Johannes Thiemann, die schon das Auftaktspiel mit muskulären Problemen verpassten. Die Hamburger mussten diesmal komplett auf Kameron Taylor verzichten, der schon im ersten Spiel nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. So lastete die größte Offensivlast diesmal auf den Schultern des 1,75 Meter kleinen T.J. Shorts, der nach anfänglichen Wurfschwierigkeiten immer besser in die Partie fand und am Ende 27 Punkte erzielte. Getragen von Peyton Siva hatte Alba Berlin zwar das erste Viertel gewonnen, geriet aber Mitte des zweiten Durchgangs in Rückstand. Erst mit der Einwechslung von Christ Koumadje drehte sich die Partie. Mit seinen 2,21 Metern veränderte der Alba-Center die Wurfversuche der Hamburger und war offensiv nicht zu stoppen. Mit eine 15:0-Lauf innerhalt von drei Minuten hatte Alba Berlin aus einem 33:37-Rückstand eine 48:37-Führung gemacht und schien die Sache wieder im Griff zu haben. Fürs Erste war auch die Berliner Bank, wo auch ohne Sikma, Thiemann und Olinde viel Qualität sitzt, emotionaler und lauter in der weiter leeren Halle zu hören.

Towers kämpfen sich wieder ran

Das änderte sich aber spätestens im dritten Viertel. Die Hamburger ließen sich diesmal nicht von diesem Lauf der Berliner beeindrucken, sondern glaubten an ihre Chance. Auf 65:66 hatten sie sich herangekämpft, gingen mit einem knappen 65:68-Rückstand in die letzten zehn Minuten. Doch im Stile eines Meisters setzten sich die Berliner wieder ab. Und diesmal wurde es auch nicht mehr spannend.