Alba-Profi Niels Giffey erwartet in emotionales Spiel gegen Fenerbahce Istanbul.
Foto: Bernd König

BerlinEnglisch ist die Sprache des Basketballs, und auf Englisch gibt es ja den Satz, dass die Heimat da ist, wo das Herz im Spiel ist. So ungefähr jedenfalls: My home is where my heart is. So gesehen müsste eigentlich klar sein, wer an diesem Donnerstagabend der Herr im Hause ist, in der Arena am Ostbahnhof, nämlich die Basketballer von Alba Berlin. Nun empfangen sie in der Euroleague aber nicht irgendwen, sie empfangen um 19.30 Uhr Fenerbahce Istanbul, und auch bei dem Klub und dessen Fans sitzt das sportliche Herz am heimatlichen Fleck.

Berlin ist die größte türkische Ansiedlung außerhalb der Türkei, und gegenüber der Mehrzweckhalle auf der anderen Seite der Spree liegt Kreuzberg, liegen home and heart. „Die werden schon ein paar Leute da haben. Selbst mein türkischer Friseur hat schon nach zehn Tickets gefragt“, sagt Albas Kapitän Niels Giffey. Manager Marco Baldi rechnet mit einer emotionalen Atmosphäre, über die Gäste sagt er: „Sie sind einer der wichtigsten Klubs der Türkei und sind ein Aushängeschild geworden.“

Albas Giffey warnt vor Fenerbahce

Zweite der vergangenen türkischen Meisterschaft sind die Basketballer von Fenerbahce. Zu Beginn der aktuellen Saison hatten sie allerdings ein paar Probleme, doch inzwischen fanden sie zu alter Stärke zurück. Vier der vergangenen fünf Begegnungen in der Euroleague haben sie gewonnen. „Die sind schon auf dem Weg nach oben“, sagt Giffey. Die Türken sind derzeit Neunter, Alba mit zwei Siegen weniger Sechzehnter.

„Das ist wieder das Team, das um Titel mitspielen kann.“

Marco Baldi

Im Hinspiel Anfang Dezember hatte Alba 102:107 nach Verlängerung verloren. „Das ist aber nicht mehr das Fenerbahce aus dem Hinspiel. Das ist jetzt ein anderes Team. Die haben sich gefunden, sind stabiler und haben ein ganz anderes Selbstbewusstsein“, sagt Baldi.

Verletzte sind mittlerweile zurück, zudem wurden in James Nunnally und Malcolm Thomas zwei Spieler nachverpflichtet. „Und das sind Spieler, die schon auf dem höchsten Niveau performt haben. Die haben sie mal schnell irgendwo herausgeholt. Das unterschreibt deren Anspruch“, sagt Baldi. „Das ist wieder das Team, das um Titel mitspielen kann.“

Istanbul: Fünfmal im Final Four der Euroleague

In den vergangenen fünf Jahren erreichten sie immer das Final Four der Euroleague, einmal gewannen sie den Titel. Das heißt für Alba: nicht zurückstecken, gegenhalten. „Wir müssen die athletischen Jungs unter Kontrolle halten. Das gibt immer viel positive Energie, wenn das gelingt“, kündigte Giffey an.

Das verlangt vor allem von Luke Sikma, wachsam und in guter Form zu sein. Sein Gegenspieler Derrick Williams hat in dieser Euroleague-Saison bisher 11,3 Punkte und vier Rebounds im Schnitt auf seinem Konto. Die beiden Forwards unterscheiden sich in ihrem Spielstil, doch können beide in dem Duell den Unterschied ausmachen. Und das Herz natürlich.