Berlin - Es war eine der größten Überraschungen dieser Saison. Der 93:88-Sieg am 20. Oktober 2020 bei ZSKA Moskau war etwas für die Vereinschronik von Alba Berlin. Schade nur, dass dieser Erfolg wenige Tage später, nach mehreren Corona-Fällen im Team sowie dessen Umfeld und der daraus folgenden Quarantäne, in den Hintergrund rückte. Am Mittwochabend fehlte nicht viel und Alba Berlin hätte etwas mehr als drei Monate später erneut  in dieser Euroleague-Saison gegen die Moskauer gewonnen. Das zweite Duell aber endete mit einer knappen 68:71-Niederlage.

Zu Beginn des Spiels machte ZSKA Moskau den etwas wacheren Eindruck. Offensiv wurden immer wieder die großen Leute unter dem Korb gesucht und gefunden, in der Defensive wurden Alba Berlin keine einfachen Würfe gestattet. Ein Dreier von Marcus Eriksson war der einzige Berliner Treffer in den ersten dreieinhalb Minuten, Moskau hatte bereits neun gesammelt. Zusätzlich hatte Luke Sikma schnell zwei Fouls auf dem Konto. Allen Anlaufschwierigkeiten zum Trotz aber arbeiteten sich die Gastgeber Stück für Stück in die Partie, machten aus einem 5:11-Rückstand eine 12:11-Führung. Jayson Granger führte gekonnt Regie, Eriksson traf noch einen zweiten Dreier. Und: Auch er kassierte sein zweites Foul. Nach exakt 13 Minuten hatten die auch Maodo Lo und Louis kassiert: ein Zeichen von hoher Intensität, aber auch einer harten Linie der Schiedsrichter.

Neben den Foulpfiffen hatten Ballverluste und die Unterlegenheit beim Rebound Alba das erste Viertel mit 15:20 gekostet. Es brauchte also andere Mittel, um dem Tabellenzweiten der Euroleague beikommen zu können. Ein gutes Wurfgefühl von Peyton Siva etwa. Elf Punkte erzielte der Aufbauspieler bis zur Pause, blieb bei seinen drei Dreierversuchen ohne Fehlwurf. Und weil sich nach und nach auch die Foulbelastung anglich, konnte Alba Berlin sogar in der 20. Spielminute mit 37:32 in Führung gehen. Zwei Moskauer Punkte kamen zwar noch dazu, aber die Berliner konnten auch in eigener Halle von einem Sieg gegen ZSKA träumen.

Das ist gegen ein solches Team aber keine Sache, die man von Alba mal einfach so erwarten kann. Nicht nur tabellarisch (12 Plätze), sondern vor allem budgettechnisch trennen beide Vereine Welten. Umso erstaunlicher war das, was die Berliner auch nach dem Seitenwechsel zeigten. Moskau erhöhte die Intensität, Alba nahm sie an. In einem offenen Schlagabtausch war plötzlich jeder Ballbesitz wichtig, jeder Treffer wurde wie der Sieg gefeiert, sich über jeden Fehler geärgert. Bis kurz vor Ende war alles möglich. 9,1 Sekunden vor dem Ende hatte Moskau zwei Freiwürfe verwandelt, Alba hätte sich mit einem Dreier in die Verlängerung retten könne. Marcus Eriksson bekam noch einen Wurf, traf aber nur den Ring. Die zweite Sensation blieb an diesem Abend aus.