Alba Berlin gegen Bayern: Berlinern droht ein schnelles Saisonende.

Berlin - Die Fakten zum Auftakt der Playoffs in der Basketball-Bundesliga: Oldenburg gewinnt in Bayreuth 85:83. Bonn gewinnt in Bamberg 93:92. Ludwigsburg gewinnt in Ulm 96:93 nach Verlängerung. Drei Außenseiter setzen sich durch, einer jedoch ist chancenlos: Alba verliert beim FC Bayern 68:95.

Am gestrigen Sonntag nach der Landung in Berlin versucht Himar Ojeda zu erklären, wie es mit seiner Mannschaft jetzt weitergehen soll, am Donnerstag, in der zweiten Begegnung dieses Viertelfinales, dann in der Arena am Ostbahnhof (20.30 Uhr). „Es steht in der Serie 0:1“, sagt Albas Sportdirektor zum Beispiel: „Die Höhe der Niederlage ist am Ende nicht wichtig.“ Wirklich? „Die Mannschaft ist frustriert, ja, das ist doch normal, wenn man verliert. Aber mental down? Nein, mental down ist sie nicht.“ Ja, und nun? „Wir müssen darauf aufbauen, was wir in München gut gemacht haben.“

Zwanzig Ballverluste

Fünf Minuten sah es auch in der Halle der Bayern so aus, als könnte das Gästeteam etwas ausrichten, als hätte Alba den passenden Plan gefunden, um gegen die auf allen Positionen stark, vielleicht sogar am stärksten in der Liga besetzte Mannschaft etwas auszurichten, sie zumindest zu ärgern. Doch dann geriet die Berliner Offensive ins Stocken, häuften sich die Fehlpässe. Oder wie Point Guard Ismet Akpinar später frustriert zusammenfasste: „Wir haben den Ball zu oft weggeschmissen.“ Bis zum Ende der Partie sammelten sich 20 Ballverluste bei Alba an.

Die Bayern gingen in der achten Minute erstmals in Führung, bauten diese bis zur großen Pause auf 25:53 aus, legten zwei Minuten nach dem Seitenwechsel erstmals 30 Punkte vor, machten nicht den Eindruck, dass sie sich durch irgendetwas noch aus dem Tritt bringen lassen würden. Ein Anzeichen für das Wohlfühlklima mochten die 13 Dreier sein, die München mit einer Treffsicherheit von 46 Prozent ins Ziel brachte. Der frühere Alba-Profi Reggie Redding allein erzielte zwölf seiner insgesamt 17 Punkte aus der Distanz, und das in der entscheidenden Phase. Aber auch die Dominanz am Brett gab den Bayern Halt und ließ Alba vergeblich um Kontrolle ringen, wofür das Verhältnis bei den Rebounds von 39:27 sprach. Nur einen einzigen steuerte der Berliner Center Elmedin Kikanovic binnen gut 26 Minuten bei.

Siva mit kurzem Comeback

Die Rebound-Duelle waren es gewesen, die Alba hatte gewinnen wollen, um sich zweite Wurfversuche zu erarbeiten oder aus der Abwehr heraus die Möglichkeit zu schnellen Vorstößen zu schaffen. Albas Trainer Thomas Päch sagte, seine Spieler hätten „vergessen, Leute eins gegen eins zu attackieren und dadurch Lücken zu reißen“. Erschwerend kam hinzu, dass einer der prädestinierten Lückenreißer im Team an entzündeten Mandeln litt, versuchsweise eine Minute lang mitwirkte, dann jedoch passen musste. Carl English nämlich, der durchschnittlich die Hälfte seiner Distanzwürfe zu verwandeln pflegt.

Das Comeback von Spielmacher Peyton Siva fiel kurz aus. In gut fünf Minuten nach beinahe einem Vierteljahr Zwangspause wegen Adduktorenproblemen konnte er wenig bewirken. Sportdirektor Ojeda erinnerte nochmals an den Ausfall von Kapitän Dragan Milosavljevic, „aber damit müssen wir nun einmal leben“. Ebenso mit dem 0:1-Playoffstand und der wohl wenig überraschenden Erkenntnis, dass sich innerhalb der zwei Wochen nach dem Trainerwechsel von Ahmet Caki zu Thomas Päch nicht alle Probleme der Mannschaft lösen ließen.

Zweite Runde, nächste Chance: Bereits am morgigen Dienstag gehen die Playoffs weiter, in Oldenburg, wo Bayreuth das 1:1 nach Siegen schaffen will. Doch das ist eine andere Serie.#