Berlin - In den letzten gut drei Minuten durfte auch Lorenz Brenneke ran. Bis dahin hatte Alba Berlins Flügelspieler das Spiel seiner Mannschaft von der Bank verfolgt. Im Gefühl des sicheren Sieges aber durfte auch der 21-Jährige erste Playoff-Luft auf dem Feld der Arena am Ostbahnhof schnuppern. Und die roch in den Berliner Nasen am Donnerstagabend sehr gut: Mit 82:59 setzte sich der Titelverteidiger deutlich gegen den Playoff-Neuling durch und holte sich damit die 1:0-Führung. „Das war extrem wichtig, gerade um nicht in so ein mentales Spiel reinzukommen, weil wir in der Saison zweimal gegen sie verloren haben“, sagte Kapitän Niels Giffey.

Ein erstes Zeichen nach fünf Sekunden

Dass sie das nicht wollten, zeigte er mit seinen Teamkollegen direkt mit dem ersten Sprungball. Gerade einmal fünf Sekunden waren gespielt, da setzte Alba Berlin das erste Ausrufezeichen. Viel wichtiger als der Dunking und die zwei Punkte von Simone Fontecchio war dabei die Reaktion der Mannschaft. Alba Berlins Flügelspieler schrie seine Freude vor den Augen der durch Verletzungen zum Zuschauen gezwungenen Luke Sikma und Johannes Thiemann sowie der sportlichen Führung in Richtung Hallendecke. Sikma und Thiemann wurden durch muskuläre Probleme ausgebremst. Das, was sie von ihren Teamkollegen aber zu sehen bekamen, war genau das, was es braucht, um in den Playoffs das gesteckte Ziel Finaleinzug zu erreichen.

Emotional jedenfalls brachte sich Alba Berlin im ersten Spiel der Serie schnell auf Touren. Auf Fontecchios Dunking folgten fünf Punkte von Niels Giffey und drei weitere Zähler seines italienischen Teamkollegen. Die Gastgeber wollten den Hamburgern, die am Spieltag angereist waren und bis zu Spiel zwei am Sonnabend in Berlin bleiben, erst gar nicht das Gefühl geben, zum Auftakt der Best-of-Five-Serie etwas holen zu können. Stück für Stück bauten die Berliner ihre Führung aus, trafen gut aus dem Feld und leisteten sich nur drei Ballverluste. Zudem waren Vorteile unter dem Korb bereits im ersten Viertel deutlich zu erkennen. Hamburgs Maik Kotzar, in der Hauptrunde mit 15,3 Punkten pro Partie der beste Werfer seines Teams, blieb offensiv unsichtbar, holte am Ende nur acht Zähler. Mit 30:18 ging der erste Durchgang an die Berliner. Als es in die Halbzeitpause in Richtung Kabine ging, waren beim Stand von 48:31 die Kräfteverhältnisse auch auf dem Videowürfel in der Arena am Ostbahnhof deutlich abzulesen.

Louis Olinde verletzt sich am Oberschenkel

Und auch nach dem Seitenwechsel sollte sich daran nichts ändern. Im Stile einer Mannschaft, die bereits über ausreichend Playoff-Erfahrung verfügt, erteilte Alba dem Playoff-Neuling eine kleine Abreibung. Erst nach fünfeinhalb Minuten gelang den Towers der erste Korberfolg, die Berliner hatten zu diesem Zeitpunkt bereits 14 Zähler gemacht. Wermutstropfen aus Alba-Sicht war allerdings die Verletzung von Louis Olinde nach wenigen Sekunden des dritten Viertels. Ohne Fremdeinwirkung geriet der ehemalige Hamburger aus dem Gleichgewicht und fasste sich am Boden liegend vor Schmerz an den linken Oberschenkel. Ob er am Sonnabend (20.30 Uhr) in Spiel zwei dabei ist, scheint fraglich zu sein.