Jonas Mattisseck (M.) brachte Alba Berlin die nötige Energie.
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Berlin-FriedrichshainAm Abend des 14. Oktober dürften sich so einige die Hände gerieben haben. Mit der Niederlage des FC Bayern München in Bonn war der vermeintlich größte Widersacher um den BBL-Pokal bereits frühzeitig gescheitert und die Trophäe in Gedanken schon auf dem Weg nach Berlin. Wer sollte Alba, den Zweiten der Meisterschaft und Euroleague-Teilnehmer, jetzt noch stoppen? Die Antwort gab es am Sonntag im Spiel gegen den Mitteldeutschen BC: die eigene Mannschaft.

Auch wenn die gegen den Tabellenletzten mit einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte ihren Kopf gerade noch aus der Schlinge zog, darf man über die erste Halbzeit nicht   hinwegsehen. „Man kann im Vorfeld immer erzählen, dass in einem Spiel alles möglich ist“, sagte Geschäftsführer Marco Baldi, „heute war es ein klassisches Beispiel, wie man sich selbst verunsichern kann. Am Ende muss man glücklich und sehr froh darüber sein, dass man die Kurve noch gekriegt hat.“

Albas Geschäftsführer Baldi lobt Jonas Mattisseck

Insbesondere im zweiten Viertel stimmte nichts. In den ersten acht Minuten des zweiten Abschnitts trafen die Berliner nur einen Dreier. Mit jedem weiteren Fehlwurf wuchs die Verunsicherung, die körperbetonte Spielweise des Gegners tat ihr übriges, um die Stimmung auf ein Minimum zu drücken. Irgendwann haderte jeder Spieler mit sich und den Entscheidungen der Schiedsrichter, selbst die Spieler von der Bank zeigten keine Wirkung, konnten keine wichtigen Impulse setzen. „Es ist dann nicht selbstverständlich in einem Spiel, wo du selber in die Verunsicherung kommst, dich wieder rauszuholen“, weiß Baldi.

Und es ist schon gar nicht selbstverständlich, dass mit Jonas Mattisseck   der jüngste Spieler im Team das fehlende Element einbringt und damit die Wende einleitet. Albas Geschäftsführer ist keiner, der einzelne Spieler hervorhebt, diesmal kam er aber nicht drumherum, den 19 Jahre alten Aufbauspieler zu loben: „Mit seiner Energie und seiner Emotion, die manchmal auch nach hinten losgehen kann, hat er dafür gesorgt hat, dass wir wieder rankommen. Nicht punktemäßig, aber mit seiner Intensität.“ Nur damit war es möglich, das Halbfinale zu erreichen.

Am 12. Januar kommt es gegen Bamberg zur Neuauflage des Endspiels der Vorsaison. In dieser Partie und auch im gesamten Wettbewerb, den Marco Baldi auch als finanziell sehr lukrativ bezeichnet, ist Alba weiterhin der Favorit. Doch nur, weil der FC Bayern München nicht mehr dabei ist, sollte niemand daraus schließen, dass der Pokal auch in Berlin landet.